Konjunktur

6,3 % mehr im öffentlichen Dienst- Tarifeinigung erzielt

Der Druck der Gewerkschaft Verdi mach sich endlich sprichwörtlich bezahlt, nach Jahren voller Lohnenthaltungen haben sich die öffentlichen Arbeitgeber, vertreten durch Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), und Vertreter der öffentlich Beschäftigten, vertreten durch Verdi-Chef Frank Bsirske, nach einem Verhandlungsmarathon von 40 Stunden auf eine gestaffelte Lohnerhöhung von 6,3 % geeinigt.

Davon werden nun zwei Millionen Beschäftigte beim Bund und in den Kommunen im öffentlichen Dienst profitieren. Daneben gibt es evidente Verbesserungen für Auszubildende und für Beschäftigte an Flughäfen, zudem wurden die Urlaubsregelung angepasst.

6,3 % mehr- in drei Staffeln

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst werden in drei Staffeln jeweils eine Lohnerhöhung erhalten. Rückwirkend zum 1. März 2012 steigen die Löhne und Gehälter um 3,5 Prozent. Eine weitere Lohnanpassung findet zum 1. Januar 2013 von 1,4 Prozent statt, ab dem 1. August 2013 werden die Löhne noch einmal um 1,4 Prozent steigen.

Für Auszubildende haben die Verhandlungspartner bei einer bedarsfgerechten Ausbildung einen Anspruch auf eine unbefristete Übernahme ausgehandelt. Des Weiteren gibt es auch für Auszubildende mehr Geld, rückwirkend zum 1. März erhalten sie 50 Euro mehr, 40 Euro mehr gibt es ab dem 1. März 2013.

Für Angestellt an deutschen Flughäfen gibt es bei einem Passagieraufkommen ab fünf Millionen Reisenden eine Sonderzahlung von 600 Euro, Angestellte kleinerer Flughäfen erhalten noch eine Sonderzahlung von 200 Euro. Weiterhin wird den Angestellten an deutschen Flughäfen eine Ertragsbeteiligung in Aussicht gestellt, diese soll noch ausgehandelt werden.

Urlaubsregelung für Angestellte im öffentlichen Dienst

Nachdem das Bundesarbeitsgericht die uneinheitliche Urlaubsregelung kritisiert hatte, wurde die Urlaubsregelung nun vereinheitlicht. So sollen Arbeitnehmer ab dem 55. Lebensjahr einen Jahresurlaub von 30 Tagen erhalten, jüngere Angestellte erhalten 29 Tage. Wer schon zuvor einen Urlaub von 30 Tagen erlangt hatte, bleibt bei seinem Kontingent an freien Tagen.

Mitgliedervotum notwendig

Die Gewerkschaft Verdi kann und will der neuen Regelung nur dann zustimmen, wenn ein Mitgliedervotum unter den Mitgliedern Zustimmung signalisiert. Dieses Votum wird zwischen dem 11. April bis zum 25. April abgehalten, die Zustimmung dürfte sicher sein.

Der Kampf um höhere Löhne hat sich schließlich ausgezahlt, die Angestellten erhalten erstmals eine Lohnerhöhung oberhalb der Inflationsgrenze. Im Gegenzug haben nun die öffentlichen Arbeitgeber Rechtssicherheit für die nächsten zwei Jahre. Weiterhin werden die Sozialkassen, wie Krankenkassen oder die Rentenversicherung, auch von den 6,3 % mehr im öffentlichen Dienst, dank der Tarifeinigung, profitieren. Bleibt zu wünschen, dass ähnliche Abschlüsse auch in der Privatwirtschaft erzielt werden können.

 



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