Wirtschaft

Rente mit 63 ohne Abzüge führt zu Altersarmut

Die abschlagsfreie Rente ab 63 nach 45 Versicherungsjahren wurde bereits von der Bundesregierung beschlossen.

Nun melden sich die Linken zu Wort und warnen vor der Altersarmut.

Mecklenburg-Vorpommern hat nichts von der Rentenreform

Laut den Linken profitieren die Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern nicht von der abschlagsfreien Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren.

Im Nordosten würden die meisten Menschen bereits im Alter von durchschnittlich 58 Jahren in Rente gehen und müssten dabei spürbare Abschläge in Kauf nehmen, hieß es weiter.

Ein Ding der Unmöglichkeit

Laut Karen Stramm, der sozialpolitischen Sprecherin der Linke-Landtagsfraktion, seien und blieben 45 Beitragsjahre ein Ding der Unmöglichkeit und die Rente mit 63 ohne Abzüge deshalb für viele utopisch.

Die Oppositionspolitikerin erklärte auf eine Antwort der Landesregierung, dass die Männer über durchschnittlich 41,7 Beitragsjahre verfügen und Frauen über 39,7 Beitragsjahre. Dies bedeute, dass das Rentenzugangsalter beständig gesunken sei.

Dem fügte sie hinzu, dass dies ein Zukunftstrend sei.

10,8 Prozent weniger Rente

Stramm merkte an, dass die Altersrente künftig bis zu 10,8 Prozent niedriger sei.

Ist die Rente mit 63 eine Mogelpackung?

Die angekündigte Rente mit 63 sei eine Mogelpackung, erklärte die Oppositionspolitikerin. Schließlich würde sie nur für Menschen gelten, die im Zeitraum von 1951 bis 1953 geboren wurden.

Ab 2016 soll der Rentenzugang jedoch in mehreren Schritten wieder auf 65 Jahre angehoben werden.

Wo bleibt eine realisierbare Rentenreform?

Stramm erklärte, dass die SPD als Regierungspartei in Schwerin und Berlin, eine wirkliche Reform beschließen müsse.

Die Mütterente oder die Rente ab 63 solle lediglich große Probleme im Bereich der Rentenreform verschleiern, ärgerte sie sich. Es müsse mit einer Welle der Altersarmut gerechnet werden, die bereits jetzt schon auf dem Weg ist.

Ministerpräsident zufrieden mit dem Rentenbeschluss

Erwin Sellering, Ministerpräsident von der SPD, ist zufrieden mit den Rentenbeschlüssen der Koalition.

Laut ihm sind die abschlagsfreie Rente mit 63 ohne Abzüge  und die Verbesserungen bei der Mütter- und Erwerbsminderungsrente 2014 ein wichtiger Beitrag zur besseren Anerkennung von Lebensleistungen. Zudem würde die neue Rentenreform zu mehr sozialer Gerechtigkeit in Deutschland führen.

Sellering war an den Koalitionsverhandlungen beteiligt und Mitglied der Verhandlungsgruppe Arbeit und Soziales.

Wie teuer ist das Rentenpaket?

Die Gesamtkosten für das Rentenpaket sollen jährlich mit neun bis elf Milliarden Euro zu Buche schlagen.

90 Prozent sind für die Rente ab 63

Jüngsten Umfragen zu Folge, befürworten 90 Prozent aller Deutschen die Rente ab 63. Dies ging aus einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervor.

Die anderen Rentenpläne der großen Koalition, wie die Mütterente, finden ebenfalls einen sehr großen Anklang.

Skeptiker finden aufgrund dieser Prozentzahl keine weitere Beachtung. Viele Politiker von CDU, CSU und SPD, stellten in Frage, warum man bei einer Zustimmung von 90 Prozent noch groß diskutieren solle. Sie würden doch nur nach den Wünschen der Wähler handeln.

Entsetzen bei den Arbeitgebern und Beitragszahlern

Die neue Rentenreform wird die Bundesregierung bis 2030 etwa 160 Milliarden Euro kosten. Bei den Arbeitgebern und den jüngeren Beitragszahlern macht sich schieres Entsetzen breit.

Dennoch sollen 90 Prozent der Wähler für die Rentenpläne sein. Kritische Argumente werden deshalb außer Acht gelassen.

Kann die Umfrage überhaupt gewertet werden? Viele Arbeitnehmer freuen sich über die Idee, eines Tages in Rente zu gehen und ihren Lebensabend zu genießen. Aus einer Untersuchung ging jedoch hervor, dass dies aber auch nur solange der Fall ist, wie sie noch arbeiten gehen.

Warum ist die Rente ab 63 so beliebt?

Die Rente ab 63 ohne Abzüge findet großen Anklang, weil sie den Menschen, die früher aus dem Berufsleben aussteigen, Vorteile bietet. Viele Menschen, die bereits in Rente sind, würden lieber wieder arbeiten gehen. Etwa 1,3 Millionen Menschen im Rentenalter sind berufstätig. Vor 10 Jahren waren es noch etwa 50 Prozent weniger.

Viele wollen nicht in den Ruhestand

Immer mehr ältere Menschen verklagen ihren Arbeitgeber, damit sie nicht in den Ruhestand wechseln müssen. Viele Unternehmen sind aus diesem Grund dazu übergegangen, Arbeitsmodelle für Rentner anzubieten. Häufig können sie dann in beratenden Funktionen tätig sein.

Bei der Robert Bosch GmbH, werden die Helfer als Mumien bezeichnet und seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Die Deutsche Bahn verfügt über einen Senior Expert Service. Daimler bezeichnet seine Helfer als Space Cowboys.

Es wäre also durchaus denkbar, dass die Unternehmen eines Tages dazu gezwungen werden, eine bestimmte Anzahl von Rentner-Arbeitsplätzen zur Verfügung zu stellen.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.