Wirtschaft

ADAC: Der Lügenskandal zieht seine Kreise

Der ADAC wurde letzte Woche in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise gestürzt.

Die Manipulation der Zahlen zur Wahl „Lieblingsauto der Deutschen“ erschüttert das Vertrauen in den ADAC.

Der Mann, der dahinter steckt: Michael Ramstetter. Nachdem er sich immer mehr in Falschaussagen verstrickte, steht nunmehr ein weiterer Skandal offen.

Ramstetter wird vorgeworfen, dass er mehrere Wahlen in den letzten Jahren manipuliert haben soll. Dabei war er 16 Jahre der Chefredakteur der „ADAC Motorwelt“ und führt nun den Automobilklub in einen Totalschaden. Seine Unwahrheiten, in die er sich immer weiter verstrickt hatte, zwangen ihn letzten Endes auch zum Abgang. Doch damit soll noch nicht genug sein.

Wahl des ADAC-Leserpreises „Lieblingsauto der Deutschen“ manipuliert

Gemäß Informationen soll Ramstetter zugegeben haben, dass die Wahl des ADAC-Leserpreises „Gelber Engel“ gefälscht gewesen sei. Diese befand sich in der Kategorie „Lieblingsauto der Deutschen“. So haben gemäß den Aussagen von Ramstetter etwa 34.299 Leser für den VW Golf gestimmt, obwohl es in Wirklichkeit lediglich 3.409 Leser gewesen sind.

Der ADAC-Vorstand ist empört

Auch der ADAC-Vorstand musste nunmehr gegenüber seinen Kommunikationschef eine Grenze ziehen. So bestätigen Aussagen, dass diese enttäuscht seien, dass er sie mit Falschaussagen konfrontiert habe. Erst letzten Donnerstag, nachdem die Preisverleihung von statten gegangen war, habe sich Ramstetter bekannt und kleinlaut zugegeben, dass er die Zahlen geschönt hatte. So versprach er Reue und wünschte sich, das Ganze ungeschehen zu machen.

Es ist nicht die einzige Fälschung, die im Raum steht

Informationen zur Folge soll es sich hierbei aber keinesfalls um die einzige Fälschung handeln, die Ramstetter zu begründen hat. Diverse interne Prüfungen haben ergeben, dass Ergebnisse auch in den Jahren davor manipuliert wurden waren. Dies kann unter anderem für die Jahre 2012 und 2013 bestätigt werden.

Fraglich ist nunmehr, wie lange Ramstetter bereits Zahlen erfunden beziehungsweise verschönt hatte. Der ADAC-Vorstand behält hier bisher die Stellung, dass Ramstetter dies bis zuletzt bestritten hat. Gemäß seinen Aussagen handelt es sich hierbei um einen Einzelfall.

Jetzt muss der ADAC jedoch in Prüfung gehen. Alle Abstimmungen werden genau untersucht. Klar soll sein, dass die Platzierungen der Autos jedoch in keinem Jahr verändert worden sei.

Einvernehmliche Trennung von Ramstetter

Ramstetter sei in seiner Redaktion oft als sogenannter „Rambo“ aufgetreten. Ab sofort erfolgte die einvernehmliche Trennung mit dem ADAC. Jedoch ist hier ein weiteres Streitthema zu erkennen. Denn Ramstetter erhält gemäß Informationen keine Abfindung, sondern soll weiterhin bis Jahresende sein Gehalt gezahlt bekommen. Ein Gespräch selber mit Ramstetter konnte dies leider nicht bestätigen, da dieses seit Sonntag verreist und nicht ansprechbar sei.

Ramstetter zeigt Reue in seinem Vorgehen

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung zeigte sich Ramstetter jedoch tief betroffen, gibt zu, dass er einen Fehler gemacht hat und äußert sich nicht weiter in der Sache.

Der ADAC-Vorstand selber zeigt sich als Opfer, hat von den Fälschungen Ramstetters gemäß eigener Aussage nichts gewusst. Gemäß Informationen sollen jedoch leitende Mitarbeiter der „ADAC Motorwelt“ in diese Falschaussagen eingeweiht gewesen sein.

Eine schwere Vertrauenskrise ist eingetreten

Der ADAC befindet sich in einer schweren Vertrauenskrise. Zudem rechnet man mit einer Austrittswelle. Die Stellungnahme, dass die Leitung des ADAC von den Vorwürfen nichts gewusst hat, kam dementsprechend schnell. Auch wurde umgehend die interne Prüfung in die Wege geleitet, um das Image wiederherzustellen.



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