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Adolf Hitler nicht mehr Ehrenbürger von Goslar

Millionenfacher Massenmord und ein nie vorstellbarer Rassenwahn stellt die Bilanz der Regentschaft der Nationalsozialisten dar. Adolf Hitler gilt unstrittig als menschliche Verkörperung des Bösen. Unvorstellbares Leid hatte dieser Unmensch über Europa und die restliche Welt gebracht. Ganze Familiengeschichten wurden für immer ausgelöscht. Insbesondere der Massenmord an Juden und behinderten Menschen sowie an Schwulen und Lesben und Sinti und Roma sind für immer mit der Schreckensherrschaft von Adolf Hitler und den Nationalsozialisten verbunden. Daneben stellt das Wirken Adolf Hitlers auch die Geschichte von Deutschland weltweit hinsichtlich vergangener Epochen in den Schatten. Zu groß ist das Leid das dieser Mann der gesamten Welt angetan hat. Der technische Fortschritt der gesamten Welt wurde durch das Wirken dieses Mannes um Jahrzehnte zurückgeworfen.

Rund 4000 Kommunen haben Ehrenbürgerwürde an Hitler verliehen

Trotz des unvorstellbaren Leids gibt es zahlreiche Kommunen in Deutschland, die Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde verliehen haben. Insgesamt waren es rund 4000 Kommunen. Viele Gemeinden haben nach dem Tod Adolf Hitlers und dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft die Ehrenbürgerwürde von öffentlicher Seite aberkannt. Die Gemeinden, die dies nicht getan haben, erklären das Nichthandeln vielfach mit verwaltungsrechtlichen Regelungen. Ob in Wahrheit dahinter jedoch eine mögliche ideologische Übereinstimmung mit dem früheren Diktator steckt, sei dahingestellt. Die niedersächsische Stadt Goslar indes hat sich nun durch einen einstimmigen Ratsbeschluss von Adolf Hitler distanziert und ihm die Ehrenbürgerwürde aberkannt.

Goslar: Es war ein „kleines Versehen“

Offiziell hieß es, dass ein “kleines Versehen“ dazu geführt habe, dass Hitler solange Ehrenbürger von Goslar war. Die Verwaltung ging offenbar davon aus, dass die Ehrenbürgerschaft Hitlers mit dessen Tod erloschen sei. Dies war jedoch nicht der Fall. Goslar Oberbürgermeister Oliver Junk (CSU) begrüßte es, dass sich der Rat einstimmig von seinem einstigen Ehrenbürger distanziert hat. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich noch im August skeptisch zu möglichen Plänen von Goslar geäußert, Hitler die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen. Wörtlich sagte Gabriel, “ man versucht, sich da von etwas reinzuwaschen, von dem man sich nicht rein waschen kann.“ Noch als Jugendlicher hatte Gabriel jedoch die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde Adolf Hitlers begrüßt. Insgeheim begrüßt Sigmar Gabriel die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde sicherlich ebenfalls, ist jedoch der Ansicht, dass die Stadt Goslar damit quasi versucht, ihre nationalsozialistische Vergangenheit abzustreifen.

Auch Braunau am Inn hat Ehrenbürgerwürde Hitlers aberkannt

Selbst die Geburtsstadt Adolf Hitlers, Braunau am Inn, hatte die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde einstimmig beschlossen. Damals stimmte selbst die rechtspopulistisch gesinnte FPÖ für die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde. Auch die österreichische Gemeinde Amstetten hatte kurz vor der 900-Jahr-Feier der Gemeinde die Ehrenbürgerwürde Adolf Hitlers aberkannt. Es dürfte somit an der Zeit sein, mehrere Archivare damit zu beauftragen, herauszufinden, welche Kommunen noch die Ehrenbürgerwürde Adolf Hitlers verzeichnen. In diesem Fall dürfte ein entsprechender Ratsbeschluss zur Aberkennung der Ehrenbürgerwürde schnell herbeizuführen sein. Angesichts der furchtbaren Ereignisse der Geschichte können die Überlebenden und Nachfahren der Opfer dies zurecht verlangen.



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