Politik

Ägypten ein Jahr nach Beginn der Revolution: Tausende besetzen Tahrir-Platz

In Ägypten haben tausende Demonstranten genau zum ersten Jahrestag zum Beginn der Proteste gegen den ehemaligen Diktator Mubarak erneut den Tahrir-Platz besetzt. Während einige Teilnehmer den Wahlsieg der Partei der Muslimbruderschaft feierten, forderten andere Teilnehmer weitergehende Reformen in Ägypten. Zum Anlass des Jubiläums wurden einige Bestandteile des Ausnahmezustandes gelockert, gleichzeitig wurden hunderte Gefangene, die im Zuge vorhergehender Proteste festgenommen wurden, in die Freiheit entlassen.

Währendessen steht Mubarak immer noch vor Gericht, er beteuert seine Unschuld, ihm werden hunderte Tötungen vorgeworfen, als während der so genannten Revolution hunderte Demonstranten von Sicherheitskräften getötet wurden. Schon am späten Dienstag versammelten sich hunderte Menschen auf dem Tahrir-Platz, am Mittwochmorgen kamen tausende hinzu. Bislang verläuft die Versammlung friedlich ab, Augenzeugen berichten, dass es mehr einer Party gleiche als einer Demonstration.

Dennoch versuchen die einzelnen Gruppierungen, den „Sieg“ für sich zu verbuchen. In den vergangenen Parlamentswahlen hat die Partei der Muslimbruderschaft den Wahlsieg erringen können. Doch eines eint die Demonstranten anscheinend, noch immer hält der Militärrat in Ägypten die Macht in den Händen, die Demonstranten fordern eine Abdankung des Militärrates. Dazu wollen viele Menschen auf dem Tahrir-Platz übernachten.

Seit 1967 gilt in Ägypten nahezu ununterbrochen der Ausnahmezustand, dieser wird von vielen Ägyptern heftigst kritisiert. Der Oberbefehlshaber der ägyptischen Armee, Mohamed Hussein Tantawi, sagte dazu, dass die Bestimmungen des Ausnahmezustandes bei gewaltsamen Protesten weiterhin Anwendung finden sollen, genauere Details gab er aber nicht bekannt. Noch im vergangenen Jahr hatte der Militärrat die Bestimmungen ausgeweitete, seitdem sind Streiks und die Besetzung von Verkehrsstraßen untersagt und werden, wenn nötig, gewaltsam aufgelöst. Ein Jahr nach Beginn der Revolution, und immer noch ist die Richtung unklar, wohin Ägypten hinsteuert.

 



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