Politik

Ägypten: Nach Ausschreitungen- Kabinett bietet Rücktritt an

Drei Tage nach Beginn der blutigen Ausschreitungen auf dem Tahrir-Platz in Äpyptens Hauptstadt Kairo hat das amtierende Kabinett einen geschlossenen Rücktritt angeboten, wie der Sprecher des Kabinetts Mohammed Hegazy bestätigte, bislang hat aber der Militärrat dieses Anliegen nicht angenommen. Bei den Ausschreitungen in Kairo kamen über 20 Menschen ums Leben, 1800 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Noch immer gehen tausende wütende Demonstranten auf die Straße, die Menge fordert die Übergabe der Macht aus den Händen des ägyptischen Militärs an eine zivile Regierung.

Noch immer wird der Tahrir-Platz, der Ausgangspunkt der Demonstrationen gegen die Regierung von Hosni Mubarak im Februar, von tausenden Menschen in Beschlag genommen. Die Menschen sind von den bisherigen Ergebnissen der Revolution gegen das Regime von Mubarak enttäuscht, vielfach wird der Vorwurf erhoben, das Militär sichere sich einen zu großen Einfluss. So soll das Militär unter Führung des Generals Mohamed Tantawi den Übergang zu einer demokratischen Ordnung begleiten und ermöglichen, nach 30 Jahren der Diktatur eine echte Herausforderung.

Doch die Befürchtungen steigen, dass das Militär in Ägypten seine Macht erhalten und weiter ausbauen könnte. Viele Oppositionsführer, unter anderem auch Mohamed El Baradei, haben zu einer Großdemonstration am Dienstag auf dem Tahrir-Platz aufgerufen. SSie fordern den Rücktritt des Kabinetts des Interimspremierministers Essam Sharaf, weiterhin sollen die Wahlen zum neuen Präsidenten schon im April 2012 abgehalten werden. Der Vorschlag des Militärs, diese Wahlen erst im Jahre 2013 abzuhalten, hatte die Verärgerung der Massen ausgelöst. Die kommenden Parlamentswahlen sollen ab dem 28. November beginnen, veranschlagt werden drei Monate Wahldauer. Ob die Unruhen und die Ausschreitungen in Ägypten nach dem absehbaren Rücktritt des Kabinetts aufhören werden, muss sich erst zeigen.



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