Unternehmen

Air Berlin: Piloten treten in den Warnstreik

Im Gegensatz zu Lufthansa zahlen andere Fluggesellschaften den Piloten vielfach ein geringeres Gehalt, so auch die Air Berlin. Wie die Vereinigung Cockpit mitteilt, waren die bisher vorgelegten Angebote der Fluggesellschaft für die Piloten nicht akzeptabel. Die Piloten indes fordern “branchenübliche Gehälter“. Da Air Berlin derzeit kein akzeptables Angebot vorgelegt hat, wollen die Piloten nun in den Warnstreik treten.

Ab Mittwoch sollen erste Ausstände bei der zweitgrößten Fluggesellschaft Deutschlands vollzogen werden. Dies teilte die Vereinigung Cockpit über die Medien mit. Nachdem monatelange Verhandlungen über einen für die Piloten akzeptablen Tarifvertrag ohne Ergebnis beendet wurden, sehen sich die Piloten nicht mehr in der Lage mit den Arbeitgebern weiter zu verhandeln. Damit sich betroffene Passagiere auf mögliche Flugausfälle frühzeitig vorbereiten können, wird der Warnstreik seitens der Piloten und der Fluggesellschaft rechtzeitig angekündigt. Dies teilte die Vorsitzende für Tarifpolitik, Ilona Ritter, mit.

Air Berlin legte Sparprogramm „Turbine“ auf

Die Piloten fordern mittelfristig branchenübliche Gehälter. Weil zunehmend Billigkonkurrenz die Gehälter drückt, leiden insbesondere Piloten von Billigfluggesellschaften unter der Bezahlung, die weit unter den branchenüblichen Gehältern für Piloten liegt. Nach Angaben von Ritter verdienen die Piloten bei der Air Berlin weniger als bei Condor oder Germanwings.

Eine mittelfristige Heranführung an branchenübliche Gehälter umfasst nach Angaben der zuständigen Tarifkommission einen Zeitraum von rund drei Jahren. Air Berlin selbst steht unter massivem Kostendruck. So stieg im ersten Quartal der Verlust um ein Fünftel auf nunmehr 196 Millionen Euro. Um die Fluglinie wieder auf “Spur“ zu bringen, hat das Unternehmen ein Sparprogramm aufgelegt, welches den trefflichen Namen “Turbine“trägt. Erste Erfolge des Sparprogramms erwartet Air Berlin jedoch erst für das dritte Quartal des laufenden Jahres.

Stellen- und Maschinenabbau

Im Zuge des Sparprogramms sind nach Unternehmensangaben bis Ende Mai bereits jetzt von 900 geplanten Stellen 250 abgebaut worden. Derzeit besteht das Unternehmen aus 149 Maschinen. Vor rund einem Jahr waren es noch 165. Bis Ende des laufenden Jahres soll der Maschinenpark von Air Berlin um weitere sechs Flugzeuge verkleinert werden. Ritter betont angesichts des Sparprogramms, dass die Gehälter der Piloten lediglich ein Bruchteil der Air-Berlin-Bilanz ausmachen würde.

Vielmehr schlagen die Treibstoffpreise zu Buche. Um zukünftige Verhandlungen hinsichtlich des Drucks auf das Unternehmen zu beflügeln, haben die Piloten beschlossen, in den Ausstand zu treten.

Auch bei Germanwings droht Streik

Offenbar droht aber auch beim Konkurrenten Germanwings Streik. Dort treten jedoch nicht die Piloten, sondern das übrige Kabinen-Personal höchstwahrscheinlich in den Ausstand. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO fordert ihre Mitglieder bei Germanwings zu einer Urabstimmung über einen möglichen Streik auf. Auch hier wird als Grund eine stockende Tarifverhandlung über die Gehälter, und hinzukommend, die Arbeitsbedingungen der rund 700 Beschäftigten, genannt. Sollten über 70 Prozent der Mitglieder mit „Ja“ stimmen, so kommt es auch bei Germanwings zu Streikmaßnahmen.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.