Finanzen & Recht

Airlines: EU-Parlament greift strenger durch

Handgepäcksbestimmungen können so manchen Passagier einiges kosten. Wer über den vorgeschriebenen Maßen und Gewichtsangaben liegt, zahlt schnell mal so viel, dass ein weiterer Flug hätte herausspringen können.

Das EU-Parlament will dagegen nun vorgehen und nicht nur einheitliche Handgepäcksbestimmungen schaffen, sondern auch die Regelungen für Entschädigungen zu Gunsten der Passagiere neu auslegen.

Handgepäck – Wie viel und wie schwer?

Wer viel und gerne verreist kennt das Problem: Kaum ist man per Flieger unterwegs, muss man aufpassen, was man mitnimmt. Das hat noch nicht einmal unbedingt etwas mit Sicherheitsbestimmungen zu tun, sondern in vielen Fällen schlichtweg mit Auflagen der einzelnen Airlines.

Vor allem Billigflieger kosten kräftig, wenn man Gepäck aufgibt. Die strengsten unter ihnen messen und wiegen dann auch noch das Handgepäck kritisch. Maße wie Gewicht liegen zudem meist deutlich unter dem, das andere Airlines erlauben. Was auch nur ein wenig größer oder schwerer ist, muss gegen eine saftige Gebühr aufgegeben werden.

Vereinheitlichung statt Handgepäcks-Chaos

Damit könnte nun zu Gunsten der Passagiere bald Schluss sein. Wie unter anderem Die Welt berichtet, plant das EU-Parlament die Handgepäcksbestimmungen anzupassen und somit einheitliche Größen- und Gewichtsbestimmungen vorzuschreiben.

Zudem sieht die EU vor, dass künftig nicht nur das eine Handgepäckstück mit an Bord genommen werden darf, sondern es auch zum Standard wird, dass beispielsweise Laptop-Taschen, Kameraausstattung, Musikinstrumente, Handtaschen oder Tüten mit Einkäufen aus dem Duty Free bei jeder Airline zusätzlich zum Handgepäck noch mit in die Kabine genommen werden darf.

Dies wird vor allem Passagieren bei Billig-Airlines die Reise erleichtern, da dann keine Einwände mehr gegen zusätzliche Mitbringsel gestattet sind, solange diese in der Richtlinie liegen.

Entschädigungen für Passagiere in allen Fällen

Das wird allerdings nicht die einzige Änderung im Flugverkehr zur Personenbeförderung bleiben, denn neben der Vereinheitlichung der Handgepäcksbestimmungen soll es Passagieren künftig leichter gemacht werden, Entschädigung zu erhalten.

Hier möchte das Parlament die Rechte der Passagiere stärken, indem Regeln, die bislang größtenteils bereits bestehen insofern bearbeitet werden, dass sie leichter umgesetzt und besser durchgesetzt werden können. So zitiert Die Welt den luxemburgerischen Berichterstatter des Parlaments Georges Bach.

Wie die EU erläutert, erhalten bislang nur zwei Prozent derer, die sich beschweren auch eine Entschädigung. Dies müsse sich ändern.

Um Passagiere zu entschädigen, müssen die Fluggesellschaften künftig tief in die Tasche greifen. So sollen Passagieren ab drei Stunden Verspätung auf einem Flug bis 3500 Kilometer 300 Euro als Entschädigung erhalten. Sind es längere Flüge oder dauert die Verspätung noch länger, soll den Passagieren ein Betrag bis zu 600 Euro zustehen.

Vor allem sollen Airlines aber nicht mehr so leicht mit Ausreden durchkommen und zahlen – bei Ausfällen teils auch für die Hotelunterkunft – wenn Passagiere warten müssen oder Flüge ausfallen.

Negative Auswirkung auf Flugpreise?

So schön dies klingt, bahnt sich aber auch schon Ärger an. Während EU-Parlament und EU-Kommission diskutieren, wie hart die Airlines tatsächlich abgestraft werden sollen, erklärt der Präsident des Bundesverbands der deutschen Luftverkehrswirtschaft Klaus-Peter Siegloch, dass der Verband bereits befürchte, dass die zusätzlichen Kosten irgendwann die Passagiere doch wieder benachteiligen. Denn diese würden sich früher oder später in teureren Ticketpreisen äußern, die wiederum die Passagiere bezahlen müssen.



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