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Aktuelle Forsa-Umfrage: Union und FDP vor SPD, Grünen und Linken

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge kann sich die aktuelle Regierungskoalition aus Union und FDP Hoffnungen auf eine Fortführung der derzeitigen Koalition nach der Bundestagswahl im September machen. Erstmals seit über drei Jahren führt die Koalition aus Union und FDP vor der Opposition aus SPD, Grünen und Linken. Wären heute Bundestagswahlen, würden 41 Prozent der Wahlberechtigten die Union wählen.

Die FDP wäre mit sechs Prozent sicher im Bundestag vertreten. Die SPD käme aktuell auf lediglich 23 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Ergebnisses der Bundestagswahl vom September 2009. Auch die Grünen müssen laut der Forsa-Umfrage Federn lassen und kommen aktuell auf 14 Prozent. Die Linken hingegen können einen Prozentpunkt hinzugewinnen und kämen auf neun Prozent.

Direktwahl des Bundeskanzlers: Steinbrück ohne Chance

Könnten die Bundesbürger den Bundeskanzler beziehungsweise die Bundeskanzlerin direkt wählen, so würde auf Angela Merkel ein Stimmenanteil von 57 Prozent entfallen, während ihr Herausforderer Peer Steinbrück von der SPD lediglich auf 19 Prozent käme. Wie eine Umfrage des „Stern“ ergibt, halten lediglich 34 Prozent der Bundesbürger Peer Steinbrück für vertrauenerweckend.

Lediglich 40 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Steinbrück sich der Frage der sozialen Gerechtigkeit annehmen würde. Bemerkenswert ist dies insbesondere im Hinblick darauf, dass das Thema soziale Gerechtigkeit als Aushängeschild der SPD gilt. Für die aktuelle Umfrage wurden 2002 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte in der Zeit vom 2. bis 5. April befragt. Für die Kanzlerkandidaten-Umfrage befragte Forsa zudem 1004 Bundesbürger in der Zeit vom 3. bis zum 4. April.

FDP als Sozialkahlschlagspartei gebrandmarkt

Besonders für die SPD dürfte das Ergebnis niederschmetternd sein. Mittlerweile dürfte es hinsichtlich der Zufriedenheit mit dem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück innerhalb der Partei rumoren. Was jedoch für viele verwundernd ist, ist das Anwachsen des Stimmenanteils der FDP. Vor wenigen Wochen noch als Sozialkahlschlagspartei gebrandmarkt, würde die FDP nunmehr mit sechs Prozent im Bundestag wieder vertreten sein.

Zahlreiche Experten fragen sich, woran dies liegen möge. Offenbar scheint die Partei nach den vorherigen Personalstreitigkeiten wieder vereint zu sein. Dieser innere Parteifrieden und die damit verbundene Harmonie dürfte der Partei letztlich das Umfragehoch bescheren. Sollte ein Dirk Niebel oder ein anderer Querkopf innerhalb der FDP nicht noch bis zur Bundestagswahl von sich reden machen, könnten die Liberalen wohl sicher mit dem Einzug in den Bundestag rechnen.

Zuwachs der Linken: Einzige Partei mit Sinn für soziale Gerechtigkeit?

Bemerkenswert ist das Anwachsen des Stimmenanteils der Linken. Mit zunehmendem Stimmenverlust der SPD scheint es der Linkspartei zu gelingen, ihr soziales Profil innerhalb der Bevölkerung zu schärfen. Offenbar nehmen immer mehr Bundesbürger die Linkspartei als einzige Partei wahr, die sich noch für soziale Gerechtigkeit einsetzt.

Der Stimmenverlust der Grünen indes scheint offenbar mit dem Stimmenzuwachs für die FDP zu tun zu haben. Denn auch bei den Grünen gibt es durchaus liberales Wählerklientel. Derartige Interpretationsansätze werden zumindest von einigen Experten hinsichtlich des aktuellen Forsa Wahltrends als plausibel dargestellt.



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