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„All Is Lost“ mit Robert Redford: Kinostart & Kritik

Ein Mann allein auf hoher See im Kampf mit den Urgewalten. Ein ganzer Film, 106 Minuten lang und nur ein einziger Darsteller. Ein außergewöhnliches Thema, an das sich nur wenige Schauspielen wagen.

Robert Redford hat’s getan in „All Is Lost“. Kinostart ist am 9. Januar.

Ohne Zweifel ist es ein gewagtes Unterfangen einen 106-Minuten-Film mit nur einer Person zu besetzten. Doch Autor und Regisseur J.C. Chandor hat es riskiert und in Robert Redford einen begeisterten Mitstreiter gefunden.

All Is Lost im Kino – Container rammt Segelyacht

Einsam und allein treibt Robert Redford alias „Unser Mann“ mit seiner Yacht mitten auf dem Indischen Ozean. Wer bei „unser Mann“ stutzig wird, dem sei gesagt: den Namen des Protagonisten (Robert Redford) kennt man nicht. Es ist schlicht „Unser Mann“ auf dem weiten Meer.

Gut, dieser Mann bricht also zu einem simplen Segeltörn auf: Das allein mutet schon irgendwie traurig an. Wer will schon alleine umher segeln? Außer vielleicht die paar Weltumsegler, die eifrig einem neuen Rekord hinterher hecheln.

Zurück zum Film. Unser Mann also so allein auf dem Meer wird jäh aus dem Schlaf gerissen. Ein auf dem offenen Meer treibender Schiffscontainer hat seine zwölf Meter lange Segelyacht gerammt und ein beachtliches Leck in die Schiffsseite gerissen.

All Is Lost – ein Mann, kein Wort

Und damit beginnt eine Kettenreaktion die schicksalhafter nicht sein könne. Es beginnt ein filmfüllender Kampf mit den Gezeiten, ein Kampf gegen das Versagen der Bordtechnik, ein Kampf ums bloße Überleben. Und all das ohne ein Wort. Außer vielleicht dieses eine Mal, als unser Mann ein leises, aber angesichts der ausweglosen Situation mehr als angebrachtes „Fuck“ ins Funkgerät haucht. Oder seine beiden verzweifelten weil aussichtlosen Hilferufe.

Die Katastrophe nimmt ihren Lauf

Das Leck kann Redford noch stopfen. Aber die Folgen des massiven Wassereinbruchs an Bord lassen sich nicht aufhalten. Die Bordtechnik fällt aus, weder ein Funkspruch noch ordentliches Navigieren ist möglich. So treibt unser Mann orientierungslos auf dem Meer.

Und als wäre das noch nicht schlimm genug, zieht auch noch ein heftiger Sturm auf. Der Segler überlebt, doch der Sturm hat dem Schiff jetzt erst recht zugesetzt. Seine einzige Chance scheint darin zu bestehen, dass er von der Strömung auf eine der großen Schiffstrecken getrieben wird und ihn irgendjemand findet.

So beginnt ein unerbittlicher Kampf ums Überleben auf hoher See, unter sengender Sonne, völlig allein. Manch einer muss sich spätesten jetzt in Erinnerung rufen, dass es Robert Redford ist, der hier auf der Leinwand um sein Leben kämpft. Quält sich doch das Drehbuch durch ein schier unüberwindliches Vakuum.

Robert Redford- für den Golden Globe nominiert

Ist das wirklich alles, ein Mann allein auf hoher See? Ja das ist alles. Und tatsächlich, irgendwie schaffen es Regisseur und Hauptdarsteller die Spannung mit einfachsten Mitteln aufrecht zu halten. Im Grunde kommt in keinem einzigen Moment Langeweile auf. Mann fiebert mit, glaubt förmlich, den Hunger, den Durst, die Verzweiflung und die Hoffnung am eigenen Leib zu spüren.

So ist Robert Redford völlig zu Recht für seine herausragende Leistung in „All Is Lost“ für einen Golden Globe in der Kategorie Drama als Bester Hauptdarsteller nominiert.



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