Wissenschaft

Allergie: Schonzeit im Spätsommer entfällt

Normalerweise leiden Allergiker in der Bevölkerung „nur“ im Frühjahr und im Frühsommer. Nachdem die Blütezeit der Gräser und Bäume abgeschlossen ist, sollten sie wieder Ruhe haben. Doch immer seltener ist dies tatsächlich der Fall. Schuld daran ist unter anderem das Beifußblättrige Traubenkraut. Diese Pflanze sorgt mit seinen Pollen für allergische Reaktionen von Frühjahr bis Herbst. Eine mehr als schlechte Nachricht für alle Betroffenen: Besonders in der Zeit, wenn andere Pflanzen ihre Blütezeit hinter sich haben (Juli – August), sorgt das Beifußblättrige Traubenkraut für schwere allergische Symptome bei Allergikern.

Beifußblättrige Traubenkraut – Import aus Übersee

Das Kraut, welches für schwere Symptome auch im Spätsommer verantwortlich ist, kommt ursprünglich nicht aus Europa. Eher unabsichtlich wurde die Pflanze aus Nordamerika eingeführt. Mittlerweile findet man sie in großer Zahl über den gesamten europäischen Kontinent verteilt. In Deutschland sind besonders Gebiete in Baden-Württemberg und der Oberlausitz betroffen.

Die Gefahr der Pflanze besteht – neben dem Auslösen von Asthma und anderen Atemwegskrankheiten – in den sogenannten Kreuzallergien. Ähnliche Symptome wie das Beifußblättrige Traubenkraut lösen dann auch Petersilie und Sellerie aus, gegen die Betroffene plötzlich allergisch reagieren. In dieser Kombination müssen Betroffene besonders leiden.

Geringe Konzentration reicht für Reaktionen

Im Gegensatz zu anderen Pflanzen, wie der Birke, welche erst bei 50 Pollen pro Kubikmeter Luft eine allergische Reaktion auslöst, reicht beim Beifußblättrigen Traubenkraut weniger aus. Bereits bei einer Konzentration von sechs Pollen pro Kubikmeter Luft werden erste allergische Reaktionen ausgelöst. Daher reicht schon ein geringes Vorkommen der Pflanze in der Umgebung für das Auftreten von Symptomen aus.



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