Finanzen & Recht

Allianz plant offenbar Provinzial Nordwest zu übernehmen

Die Allianz will nach einem Bericht der“ Financial Times Deutschland“ die zur Sparkassen-Gruppe gehörende Provinzial Nordwest übernehmen. Den Presseberichten zufolge will die Allianz-Versicherung 2,25 Milliarden EURO bezahlen. Nach den vorliegenden Informationen will Allianz-Chef Michael Diekmann den Provinzial-Anteilseignern das Angebot in einem persönlichen Gespräch erläutert haben.

Neben dem Präsidenten des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, dem Chef des Sparkassen-und Giroverbandes Schleswig-Holstein, Reinhard Boll, war auch der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Wolfgang Kirsch, bei dem Treffen zugegen. Laut dem Bericht der“ Financial Times Deutschland“ planen die Sparkassenverbände den Verkauf der Provinzial Nordwest. Ein Sprecher der Allianz-Versicherungsgruppe wollte den Pressebericht derweil nicht kommentieren.

Gute Vertriebswege der Provinzial Nordwest als Kaufargument für die Allianz

Fest steht jedoch, dass durch den geplanten Kauf die Sparkassen-Finanzgruppe unter Druck gesetzt wird. Die Allianz hat berechtigte Interessen an den Geschäftsbereichen der Provinzial Nordwest. Dies gilt umso mehr, als dass im Kerngeschäft der Allianz die Marktanteile zurückgehen oder stagnieren. Der Vorteil eines Kaufes der Provinzial Nordwest wäre unter anderem der, dass diese über sehr gut vernetzte Vertriebswege verfügt. Durch eine regionale Verwurzelung ist die Provinzial Nordwest in vielen Bereichen als Marktführer anzusehen.

Ob die Allianz mit den Sparkassen entsprechende Vertriebsvereinbarungen eingehen wird, bleibt derweil abzuwarten. Die westfälischen Sparkassen sowie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe besitzen jeweils 40 Prozent an der Provinzial Nordwest, die schleswig-holsteinischen Sparkassen 18 Prozent, die Sparkassen der ostdeutschen Bundesländer halten zwei Prozent. Offenbar gehen die Verhandlungen von dem westfälischen Präsidenten des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, aus.

Rolf Gerlach offenbar Motor der Verhandlungen mit der Allianz

Dieser soll die Verhandlungen offenbar forcieren. Argumentiert wird mit dem Hinweis auf Wirtschaftsprüfer, die die jeweiligen Sparkassen zu Abschreibung von mindestens 15 Prozent auf die jeweiligen Anteile verpflichten würden. Derweil dementiert Wolfgang Kirsch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe Gespräche mit der Allianz. Ob die von Gerlach forcierten Gespräche mit der Allianz auch personalinterne Hintergründe haben, lässt sich nicht gänzlich ausschließen. So wollte Gerlach ursprünglich Nachfolger von Heinrich Haasis werden. Dieser war an der Spitze des Deutschen Sparkassen-und Giroverbandes.

Gerlach wurde aber offenbar innerhalb des Verbandes in seine Schranken verwiesen. Letztlich wurde der frühere bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon zum Präsidenten des Deutschen Sparkassen-und Giroverbandes gewählt. Durch einen Verkauf hätte Gerlach quasi eine Art Retour-Kutsche getätigt. Es ist deshalb davon auszugehen, das Fahrenschon und seine Verbündeten Sparkassen Präsidenten versuchen werden das Geschäft mit der Allianz zu unterbinden.

Alternative: Provinzial Rheinland?

Möglich wäre alternativ auch ein Kauf der Provinzial Rheinland. Hier hätte die Allianz möglicherweise sogar bessere Karten, da Walther Tesarczyk, derzeit Vorstandsmitglied der Allianz-Versicherung, bis zum April 2013 zu Provinzial Rheinland wechseln wird. Insofern könnten hier alte Verbindungen ab diesem Datum wieder reaktiviert werden.



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