Politik

Altersarmut in Deutschland: Ursachen werden heiß diskutiert

Die Anzahl der Menschen, die in Deutschland im Alter von Armut bedroht sind, steigt stetig an.

Immer mehr ältere Menschen müssen mit Beginn des Rentenalters zusätzlich Grundsicherung in Anspruch nehmen. Besonders betroffen sind Frauen im Westen der Republik.

Weil in der ehemaligen DDR Frauen in aller Regel berufstätig waren, trifft sie die Altersarmut nicht so stark wie diejenigen, die im Westen der Republik lebten.

Im Osten weniger Frauen von Altersarmut betroffen

Ende vergangenen Jahres waren 465.000 Personen in Deutschland in der Situation, von der Rente nicht alleine leben zu können. Betroffene mussten deshalb zusätzlich Grundsicherung in Anspruch nehmen. Gegenüber dem Jahr 2011 stellt dies eine Steigerung um 6,6 Prozent dar. Verglichen mit dem Jahr 2005 beträgt der Anstieg sogar 35,6 Prozent.

Derzeit sind rund 2,7 Prozent der über 65-jährigen Menschen in Deutschland auf Hilfen der Grundsicherung angewiesen. Vor acht Jahren waren es erst 2,2 Prozent. Nimmt man diejenigen Personen hinzu, die zudem Erwerbsminderungsrente in Anspruch nehmen (die in aller Regel ebenfalls nicht zum Leben ausreicht) dann leben derzeit rund 900.000 Menschen in Deutschland neben ihrer Altersversorgung von Grundsicherung.

In Ostdeutschland sind lediglich zwei Prozent der über 65-jährigen auf Grundsicherung angewiesen. Im Westen der Republik liegt die Anzahl hingegen bei rund drei Prozent. Besonders betroffen sind Frauen. Deren Anteil beträgt 3,3 Prozent. Männer hingegen aus dem Westteil der Republik müssen lediglich zu 2,5 Prozent zusätzlich Hilfen vom Sozialamt in Anspruch nehmen. In Ostdeutschland nehmen gegen 2,1 Prozent der Frauen und lediglich 1,8 Prozent der Männer zusätzlich Grundsicherung in Anspruch.

Mütterrente wieder in der Diskussion

Die derzeitigen Zahlen zur drohenden Altersarmut beleben zugleich die Diskussion um die so genannten Mütterrente. Demnach sollen Frauen, die Kinder erzogen haben und dadurch länger nicht arbeiten konnten, trotzdem eine angemessene Altersrente erhalten. Bislang wurde für die Erziehung jedes vor dem Jahr 1992 geborenen Kindes ein Renten-Entgeltpunkt berechnet. Dies macht in Westdeutschland rund 28 Euro und im Osten rund 25 Euro aus.

Mütter mit Kindern, die nach 1992 zur Welt gekommen sind, erhalten dreimal so hohe Rentenentgelte hierfür angerechnet. Von der so genannten Mütterrente wären rund acht Millionen Frauen betroffen. Dies würde etwa jährliche Kosten von rund 6,5 Milliarden Euro ausmachen.

Die durchschnittliche Rente im Westen Deutschlands lag bei Männern im Durchschnitt bei 1005 Euro und bei Frauen bei rund 508 Euro im Monat. Im Osten bezogen Männer durchschnittlich 1073 Euro und Frauen rund 730 Euro. Derzeit diskutieren Experten über eine völlige Neukonzeption des Systems. Wie diese Neuausrichtung aussehen könnte, bleibt indes noch ungewiss.



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