Finanzen & Recht

Altersvorsorge ade: Shoppen statt Sparen

Eine Studie zeigt, dass Arbeitnehmer lieber konsumieren, statt das Geld zu sparen. Dies ist im Hinblick auf die Finanzkrise und weitere Themen, die aktuell Schlagzeilen machen, nur in gewissem Maße kontrovers, denn tatsächlich führen zahlreiche Faktoren dazu, dass die Bürger animiert werden, zu kaufen, statt zu sparen. Mit erheblichen Konsequenzen.

Konsum statt Altersvorsorge

Sparen scheint nicht mehr in zu sein. Die Finanzkrise, in der so mancher um ein wenig Geld auf der Seite ganz froh gewesen wäre, scheint bereits vergessen, obwohl die Wirtschaft die Konsequenzen noch immer spürt. Und auch in Anbetracht der heiß disktutierten Rentenreform und der Altersarmut scheint sich nicht viel zu tun.

Wie der Focus in einem Artikel erläutert, scheint vor allem die Jugend in Deutschland nicht sonderlich von der Idee des Sparens angetan zu sein. Stattdessen wird das Geld verprasst. Shopping steht also ganz oben auf der To-Do-Liste vieler Deutscher, wenn es darum geht, mit dem monatlichen Lohn oder Gehalt etwas zu unternehmen.

Der Focus versuchte dem Spar- bzw. Konsumverhalten der Bürger auf den Grund zu gehen und ist dabei von Simon Junker vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) darüber aufgeklärt worden, dass es nicht nur einen Faktor gibt, der sich in einer niedrigeren Sparquote niederschlägt. Während Gutverdiener ihr Geld häufig anlegen, geben Geringverdiener ihr Gehalt, das über die letzten Jahre zugenommen hat, lieber aus und konsumieren.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei vor allem auf der Jugend, schließlich ist es diese Generation, die später die Rente finanzieren muss. Und die ist sich darüber im Klaren, dass sie besser sparen sollte. Hervorzuheben ist hier eine Studie der TNS Infratest, die vom Focus im Verlauf des Artikels genannt wird. In dieser Studie gaben 66 Prozent der Jugendlichen an, dass ihr Vertrauen in Banken und Versicherer im Hinblick auf die Altersvorsorge stark erschüttert sei. Dies ist einer der Gründe, weshalb kaum mehr angelegt, stattdessen aber konsumiert wird.

Altersarmut nicht vom Tisch

Das Thema Altersarmut ist damit noch nicht gegessen. Gerade die Rentenreform hat die nahezu endlose Debatte darum sogar eher angeheizt.

Mit der Rentenreform wird es Arbeitnehmern ermöglicht, mit bereits 63 Jahren in Rente zu gehen. Kritik wird vor allem daher laut, da somit noch weit mehr Personen aus der Berufstätigkeit ausscheiden, die in die Rentenkasse zahlen und stattdessen von dieser beziehen. Dies ist vor allem in Anbetracht der Situation eine heikle Angelegenheit, dass die deutsche Bevölkerung demographisch gesehen immer älter wird.

Insbesondere spitzt sich dies nun zu, da der Deutsche Gewerkschaftsbund errechnete, dass von aktuell rund 30 Milliarden Euro Reserve in der Rentenkasse bereits 2017 nur noch 1,6 Milliarden übrig seien.

Ein Umdenken erforderlich

Natürlich müssen die deutschen Bürger einlenken, solange sie können. Gerade aufgrund der Rentenreform wird sich in den kommenden Jahren einiges ändern. Die Rentenkassen sehen Belastungen entgegen, die sie auf Dauer nicht tragen können. Die Bürger müssen daher selbst handeln und ihr Geld mit Bedacht anlegen, um im Ruhestand darauf zurückgreifen zu können.

Doch muss das Umdenken auch seitens der großen Institutionen erfolgen, um den Bürgern überhaupt das Vermögen und die Anreize zu bieten, sparen statt konsumieren zu können.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.