Gesundheit

Alzheimer: Antikörper sollen gegen Demenz helfen

Alzheimer, eine besondere Form von Demenz, hat sich bislang als therapieresistent erwiesen. Nun haben offenbar Schweizer Forscher und deutsche Wissenschaftler einen Therapieansatz gefunden, der sehr viel versprechend klingt. Demnach helfen Antikörper, bislang bei Mäusen angewandt, gegen Demenz. Ob diese Methode jedoch auch beim Menschen helfen wird, ist derzeit noch nicht sicher.

Die Antikörper reduzieren demnach die Menge der sogenannten Plaque im Gehirn. Diese Ablagerungen sorgen für die Symptome von Morbus Alzheimer. Die nun eingesetzten Antikörper haben demnach die kognitiven Fähigkeiten erkrankter Mäuse deutlich verbessern können.

Antikörper p40 spielt bei einigen Autoimmunerkrankungen eine Rolle

Das Forscherteam um Johannes vom Berg (Universität Zürich) sowie Stefan Prokop (Berliner Charité) sehen einen vielversprechenden Forschungsansatz. Alzheimer wird durch die sogenannten Amyloid-beta-Plaques hervorgerufen. Diese Ablagerungen bestehen aus bestimmten Eiweißstrukturen, die nach gängiger Forschungsmeinung zum Tod von aktiven Nervenzellen führt. Zudem spielen offenbar auch Entzündungsreaktionen im Gehirn um den Plaquebereich herum eine besondere Rolle.

Die Antikörper-Therapie blockiert demnach im Mäusegehirn einen Baustein der sogenannten Interleukine. Dies sind bestimmte Botenstoffe, die auf das Immunsystem wirken. Der nun gefundenen Antikörper mit dem Namen p40 spielt auch eine Rolle bei weiteren Autoimmunerkrankungen, darunter befinden sich Morbus Crohn, Psoriasis und Multiple Sklerose. Insbesondere bei der Psoriasis kommen die immunsupprimierenden (das Immunsystem unterdrückend) Antikörper zum Einsatz. Die Forscher haben ihre Ergebnisse in dem Magazin“ Nature Medicine“ (Quellenangabe: 2012; doi: 10.1038/nm.2965) niedergeschrieben.

Welche Rolle spielt das Immunsystem?

Weil neben den Plaque insbesondere in den daraus hervorgerufenen Läsionen sich auch Mikrogliazellen finden, wird bereits seit Längerem über einer Rolle des Immunsystems bei der Auslösung von Morbus Alzheimer gesprochen. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass erst vor einigen Tagen zwei weitere Forscherteams zeigten, dass das erhöhte Krankheitsrisiko für Morbus Alzheimer durch bestimmte genetische Varianten in den Immun-Genen angelegt ist.

Ob die angewandte Therapie bei Menschen wirksam ist, ist derzeit noch fraglich. Erste Untersuchungen haben aber ergeben, dass bei an Morbus Alzheimer erkrankten Patienten die Konzentration des Immunmoleküls p 40 im Liquor erhöht ist. Die nun erfolgte Studie bietet nun die Voraussetzung für weitergehende tiefere klinische Studien. Wann eine Behandlung mit dem Antikörper gegen Interleukin (IL- 13/21) möglich ist, bleibt indes noch abzuwarten.

Hilft „Ustekinumab“ auch gegen Demenz?

Derweil wird über eine Behandlung des sogenannten monoklonalen Antikörpers „Ustekinumab“ bei Demenz des Alzheimertyps  nachgedacht. Dieser Antikörper ist seit dem Jahr 2009 auch in Deutschland zur Behandlung von Psoriasis zugelassen. Betrachtet werden muss in diesem Zusammenhang jedoch, dass der Antikörper das Risiko von Infektionen erhöhen kann, dies ist bedingt durch die immunsuppressive Wirkung. Zudem wird dem Antikörper nachgesagt, dass das Risiko von bösartigen Tumorerkrankungen erhöht wird.



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