Gesundheit

Alzheimer-Wirkstoff ermöglicht neue Therapie

Alzheimer gilt als eine der gefürchteten Krankheiten, die mit fortschreitendem Lebensalter zuschlagen kann. Die Gefahr geht aber nicht nur vom Auftreten an sich aus, sondern auch von der Tatsache, dass es bisher kaum wirkungsvolle Therapieansätze gibt. In einer Untersuchung ist es Forschern jetzt gelungen, das Potenzial eines bekannten Wirkstoffs zu entschlüsseln und die Relevanz für die Alzheimer-Therapie zu untermauern.

Thiethylperazin gegen Alzheimer

Eigentlich ist Thiethylperazin gegen Erbrechen und Übelkeit im Einsatz. Wie die Wissenschaftler um Jens Pahnke herausgefunden haben, kann der Wirkstoff den Eiweißabtransport im Gehirn verbessern und verringert damit den Anstieg der Amyloide, welche als eine Ursache für die Erkrankung angesehen werden. Welches Potenzial Thiethylperazin hat, lässt sich an den Untersuchungsergebnissen ablesen.

Innerhalb von nur 25 Tagen sank die Konzentration der Amyloide im Gehirn um etwa 70 Prozent. Damit könnte der Wirkstoff durchaus in der Lage sein, im Rahmen einer Alzheimer-Therapie als Medikament zum Einsatz zu kommen. Allerdings ist es bis zu diesem Punkt noch ein weiter Weg, denn der eigentliche Verlauf der Erkrankung lässt sich derzeit nur in einem Bruchteil der Fälle vorzeichnen.

Alzheimer-Probanden für Studie gesucht

Um die Ergebnisse der Untersuchung um die Forschergruppe um Jens Pahnke in Rostock zu untermauern und weitere Ergebnisse für den Einsatz bzw. Kontraindikationen zu erhalten, muss es weitere Studien zur Wirkung von Thiethylperazin auf den Eiweißtransport geben. Daher sucht das Team derzeit nach Probanden, an welchen die Studie durchgeführt werden kann.

Es sind daher Ehepaare, in denen ein Partner an Alzheimer erkrankt ist, aufgerufen, sich zu melden. Vielleicht lässt sich durch die Studie endlich ein wirksames Mittel gegen die Erkrankung entwickeln und so die Angst vor dem Älterwerden in der Bevölkerung reduzieren.



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