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Amazon: Von der Leyen kritisiert Bedingungen von Leiharbeitern

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kritisiert die Arbeitsbedingungen von Leiharbeiter beim Online-Versandhaus Amazon. Laut einer ARD-Reportage soll die Kasseler Sicherheitsfirma H.E.S.S. (Hensel European Security Services) ausländische Zeitarbeiter drangsaliert haben.

Die Bundesarbeitsministerin fordert, dass alle Fakten auf den Tisch gelegt werden. Die ARD-Dokumentation zeigte zudem die Arbeits- und Lebensbedingungen von Zeitarbeitern im hessischen Bad Hersfeld. Hier befindet sich einer der Amazon-Stützpunkte.

Zeitarbeitsunternehmen Trenkwalder massiv in der Kritik

Die Bundesarbeitsministerin warnte derweil die mit Amazon zusammenarbeitende Zeitarbeitsfirma, ihre Lizenz aufs Spiel zu setzen. Die Ministerin sagte wörtlich: “Sollte sie Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist, dann steht die Lizenz auf dem Spiel.“ Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) fordert hinsichtlich der in der ARD-Dokumentation erhobenen Vorwürfe Aufklärung.

Privates Sicherheitsunternehmen verteidigt sich gegen rechtsradikale Anschuldigungen

Die hessische Landesregierung will insbesondere die Arbeit der Bundesagentur für Arbeit in dieser Richtung genauer beobachten. Derweil fordert die hessische Opposition im Landtag, dass die Landesregierung Überprüfungen der Bundesagentur für Arbeit anstrebt. Die Zeitarbeitsfirma Trenkwalder steht insbesondere deshalb in der Kritik, weil diese ausländischen Wanderarbeitern zum Teil deutlich schlechtere Verträge gegeben habe als ursprünglich seitens der Bundesagentur für Arbeit versprochen wurde.

Das Zeitarbeits-Unternehmen verweist indes auf in der Zeitarbeitsbranche übliche Tarifverträge. In der Kritik steht auch der private Sicherheitsdienst Hensel Security Srvices. Dieser soll insbesondere ausländische Leiharbeiter mehrfach drangsaliert haben. Der Sicherheitsdienst wehrte sich derweil in einer Pressemitteilung gegen diese Vorwürfe.

Insbesondere verwahrte sich das Unternehmen gegen den Vorwurf, rechtsradikale Ansichten und Tendenzen zu unterstützen. Das Unternehmen verwies darauf, dass es selber über einen Mitarbeiterstamm mit Migrationshintergrund von etwa 30 Prozent und in Spitzenzeiten sogar von über 70 Prozent verfügen würde. Hierbei würden Mitarbeiter unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Religionen eingesetzt.

Mitarbeiter trugen Thor-Steinar-Kleidung

Zudem will das Unternehmen auch die von der ARD-Dokumentation gezeigten rechtsradikal zuzuordnenden Kleidungsstücke der Marken Commando Industies Textilhandel GmbH sowie Thor Steinar nichts gewusst haben. Zwischenzeitlich habe das Unternehmen jedoch das Tragen derartiger Kleidung untersagt, so die Presseerklärung. Ferner betont der Sicherheitsdienst, dass er alle Mitarbeiter hinsichtlich der Gesinnung überprüfen will und etwaige Konsequenzen daraus ziehen werde.

Bezüglich der Vorwürfe über den Einsatz in den Leiharbeiter-Unterkünften weist das Unternehmen jegliche provozierte Eskalationen zurück. Was jedoch bereits auch in der ARD-Dokumentation auffiel, war der zusammentreffende mögliche Zufall des Unternehmensnamens H.E.S.S., was seitens von Rechtsradikalen eine Verbindung zu dem ehemaligen Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess suggerieren könnte. Ob sich das Zeitarbeitsunternehmen diesbezüglich keine Gedanken gemacht hat oder ob es Absicht war, sei dahingestellt.

Außenwirkung: Ausländische Leiharbeiter tragen ihr gewonnenes Bild von Deutschland in die Welt

Fest steht jedoch, dass die in der ARD-Dokumentation gezeigten Mitarbeiter des Unternehmens offenbar die der beschriebenen rechtsradikalen Szene zuzuordnende Kleidung trugen und zum Teil auch das Aussehen von so genannten Skinheads aufwiesen. Letztlich sei darauf verwiesen, dass die ausländischen Leiharbeiter in ihrer Heimat über ihre Erfahrungen in Deutschland berichten und dies insofern letztlich insgesamt auch kein gutes Bild auf die Außenwirkung Deutschlands innerhalb Europas und der Welt wirft.

Insofern ist Amazon als Personal anforderndes Unternehmen dazu aufgerufen, die gewonnenen Zeit-Mitarbeiter entsprechend mit Respekt und Würde auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten zu behandeln beziehungsweise durch Dritte Auftraggeber behandeln zu lassen. Dies garantiert allein schon Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz. Darin heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt“.



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