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Annette Schavan: Nachfolgediskussion entbrannt

Einen Tag nachdem die Universität Düsseldorf den Entzug des Doktorgrades für die Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) angekündigt hat, ist in der Union hinter vorgehaltener Hand die Nachfolgedebatte entbrannt.

Während die Ministerin selbst um ihren Doktortitel vor Gericht kämpfen will, wird in der CDU bereits über mögliche Nachfolger für das Amt des Bundesbildungsministers beziehungsweise der Bundesbildungsministerin nachgedacht.

McAllister im Gespräch als Nachfolger von Schavan

Als mögliche Nachfolger wurden unter anderem der bisherige niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU), der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe (NRW), sowie der ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen stammende Armin Laschet genannt. Als weitere mögliche Kandidaten wurden der parlamentarische Staatssekretär im Bildungsministerium, Helge Braun (CDU) sowie der Staatssekretär Georg Schütte genannt. Zudem fiel auch der Name des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Michael Kretschmer.

Auch die bisherige niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) zählt zu den möglichen Nachfolgern von Annette Schavan. Zudem wird darüber spekuliert, ob möglicherweise Professoren von Universitäten in das Amt des Bundesbildungsministers wechseln könnten. Hinter vorgehaltener Hand wird dies jedoch für viele Professoren als nicht besonders attraktiv bezeichnet.

Präsident der Humboldt-Universität potenzieller Kandidat?

Einer der möglichen Kandidaten ist dem Vernehmen nach der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz. Annette Schavan indes will zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder auf ihren Doktortitel noch auf ihr Ministeramt verzichten.

Thomas Hacker (FDP): Gleiche Maßstäbe wie bei zu Guttenberg anlegen

Derweil erinnern sich immer mehr an den Satz von Schavan, der im Zusammenhang mit dem aufgedeckten Plagiat des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gefallen ist. Damals sagte Schavan, dass sie sich als Wissenschaftlerin „nicht nur heimlich“ schämen würde. Der bayerische Fraktionsvorsitzende der FDP, Thomas Hacker, verlangt denn auch an die Bundesforschungsministerin den gleichen Maßstab anzulegen wie an zu Guttenberg.

Schavan, die derzeit auf einer Dienstreise in Afrika weilt, hält sich bezüglich weiterer Äußerungen zurück. Derweil bereiten die Rechtsanwälte der Ministerin die Klage vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf vor. Schavan hat die Vorwürfe stets als persönlich empfunden. So äußerte sie vor kurzem in einem Interview, dass sie der Vorwurf der Täuschung und Unredlichkeit sehr persönlich verletzt habe.

Wissenschaftler kritisieren Universität Düsseldorf

Derweil gibt es auch von Wissenschaftlern Kritik an dem Vorgehen der Universität Düsseldorf. So sei der Kontext in dem die Arbeit von Schavan stehe nicht hinreichend gewürdigt worden, so einige Wissenschaftler. Zudem seien die Maßstäbe anderer Arbeiten aus der Zeit der selben Fakultät nicht hinreichend mit der von Schavan verglichen worden.

Die Universität Düsseldorf betrachtete es in ihrer Entscheidung vom Dienstag als nicht notwendig, ein weiteres externes Gutachten beizubringen. Schavan würde im Falle einer rechtswirksamen Aberkennung des Doktortitels zugleich ihren Studienabschluss insgesamt verlieren. Da die Promotion als erster Studienabschluss gewählt wurde, hätte Annette Schavan nach einem rechtskräftigen Entzug des Doktortitel keinerlei Studienabschluss mehr. Faktisch wäre sie damit eine ungelernte Kraft.



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