Politik

Ansgar Heveling (CDU): Die Zukunft des Internets endet in Korschenbroich

Der bisherige Hinterbänkler im Bundestag, Ansgar Heveling (CDU) kam aus dem Nichts und wurde über Nacht berühmt. Dazu reichte kein Geistesblitz im Bundestag, auch keine unbedingt hervorstechende Arbeit, einzig ein Gastkommentar zum Internet, im Handelsblatt brachte dem Abgeordneten aus der CDU-Hochburg Korschenbroich, im Rhein-Neuss-Kreis mediale Aufmerksamkeit, wie sie sich so mancher Politiker gerne wünscht. Die plötzliche Berühmtheit artet jedoch zumindest in dem von Heveling als Endzeitmedium bezeichneten Internet in Hohn und Spott aus. In einem Gastkommentar im Handelsbaltt vom gestrigen Tage schrieb Heveling zu den Gesetzesregulierungen „Sopa“ und „Pipa“ einige Anmerkungen mit brisantem Beigeschmack. Mag man einem lang gedienten Bundestagsabgeordneten mit hohem Alter den Nichtumgang mit dem Internet noch verzeihen, gestaltet sich dies bei dem gerade einmal 39-jährigen Heveling anders. In Bezug auf die Urheberrechtsverletzungen, die die beiden Gesetze „Sopa“ und Pipa“ beheben sollen, schrieb Heveling: „ Denn, liebe „Netzgemeinde“: Ihr werdet den Kampf verlieren.“ Weiter schreibt er: „ Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird“.

Ansgar Heveling (CDU): Sozialisation zum virtuellen Kreuzritter

Der weitere Kommentar offenbart das, was wohl die Freizeitbeschäftigung des Bundestagsabgeordneten mehr widerspiegelt, als es der Umgang mit dem Internet je zu offenbaren mag. Der Gastkommentar offenbart den Stil eines zum digitalen Krieg gewappneten Kreuzritter, der die Gesetze des Urheberrechtes im Kampf gegen die digitalen Raubritter zu verteidigen vermag. Heveling bezeichnet sich selbst als geschichtsbewussten Politiker. Daher wohl der Bezug zu Krieg und Kampf. Wer sich jedoch die Vita des Abgeordneten durchliest, versteht die Sichtweise sofort. Sozialisiert in einer katholischen Grundschule, Wehrdienst im Panzeraufklärungsbataillon, Studium der Rechtswissenschaften, erneute Prägung im bischöflichen Generalvikariat und dazu das, was einen echten geschichtsbewussten Korschenbroicher ausmacht, Mitgliedschaft in der örtlichen Schützenbruderschaft. Mag er aus Kleinenbroich oder aus Lüttenglehn oder Glehn stammen, eine Mitgliedschaft in der Schützenbruderschaft gilt nahezu als Verpflichtung. Insofern ist fraglich, ob der Gastkommentar beim Schützenbruderstammtisch ersoffen beziehungsweise ersonnen wurde oder ob die Sozialisation des Abgeordneten einen 39-jährigen zum digitalen Kreuzritter macht. In jedem Fall offenbart der Gastkommentar im Handelsblatt, dass der AbgeordneteHerr Heveling von einer Sache absolut keine Ahnung hat und dass ist ausgerechnet dass wovon er schrieb, dem Internet. Zudem sollte, auch wenn der Abgeordnete im Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde in Korschenbroich weiter aktiv ist, die Zeit der öffentlichen Inquisition und des Kreuzzugtums endgültig überwunden sein. Sein Gastkommentar zeugt jedoch vom Gegenteil. Es gilt nämlich in diesem Zusammenhang ein besonderer Satz, den jeder Schüler in der Schule lernt. Geschichte dient dazu, die Lehren für die Zukunft zu ziehen. Genau dazu lässt sich das Internet besonders gut nutzen, insofern scheint zumindest bei Herrn Heveling die Zukunft in Korschenbroich gebunden zu sein. Dies offenbaren Vergleiche der Situation im Web 2.0 mit der Französischen Revolution und der Geburt des Urheberrechtes. Auch die Bezeichnung der Netzaktivisten als „digitale Maoisten“ zeugt von einer seltsamen Sichtweise und Vermischung historischer Ereignisse mit dem Zukunftsmedium Internet. Nach Ansicht von Heveling sollte zukünftig vermehrt Goethe und die Bibel zitiert werden. Ob Heveling auch folgendes Zitat zitiert wissen will, ist indes nicht bekannt: „Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsre nicht achten“.



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