Politik

Antibiotika in Hähnchenfleisch: Grüne erwarten Antworten

Eine Studie bezüglich des Antibiotika-Einsatzes bei Mastgeflügel in Nordrhein-Westfalen hat zutage gefördert, dass rund 96,4 Prozent der Masthähnchen mit Antibiotika behandelt werden. Durch die prophylaktische Antibiotikagabe werden die Keime auf Dauer resistent gegen die Antibiotika. Dies bewirkt letztlich eine Auswirkung auf die Keimbelastung im Mastgeflügelbestand insgesamt. Zudem ist auch die Aufnahme und Übertragung resistenter Keime oder Gene durch den Menschen durch das Robert-Koch-Institut nachgewiesen worden. Das Robert-Koch-Institut startete hierzu auch einen öffentlichen Aufruf zum Verbot von Antibiotikagaben in der Tiermast. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im schleswig-holsteinischen Landtag hatte bezüglich der in Schleswig-Holstein zum Einsatz kommenden Antibiotikagaben in der Geflügelmast eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt (Drucksache 17/2053).

Landesregierung: Keine Zahlen benannt

Die schleswig-holsteinische Landesregierung konnte indes keine Zahlen hierzu nennen. Die Grünen fordern nun eine genaue Überprüfung seitens der Politik, bezüglich der in der Geflügelmast zum Einsatz kommenden Antibitika. Obwohl die Initiative seitens des agrar- und verbraucherpolitischen Sprechers der Fraktion, Bernd Voß, sich auf Schleswig-Holstein bezieht, hat der Aufruf zur Überprüfung dennoch bundespolitische Bedeutung. Die Gefahr, die durch die antibiotikaresistenten Keime besteht, ist die, dass eine Übertragung auf den Menschen nicht auszuschließen ist.  Zudem kann eine Resistenzübertragung insgesamt das Immunsystem des Menschen beeinflussen. Insofern stellt der Vorstoß von Bündnis 90/Die Grünen hier einen wichtigen Punkt für den Verbraucherschutz heraus. Fraglich bleibt, ob die Agrarlobby den Verbraucherschutz vor eigenen Profit stellt oder ob auch hier ein Umdenken im Sinne des Verbrauchers und des Tierschutzes stattfindet.



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