Versicherung & Vorsorge

AOK Studie: PKV Beitragserhöhung von bis zu 2700 Euro pro Jahr

Noch zu Beginn des Jahres 2012 stand die private Krankenversicherung (PKV) im Fokus der Kritik. Steigende Beiträge sorgten vielerorts für großen Unmut bei den Versicherten. Verbraucherschützer beklagten Beitragssteigerungen zwischen 24 bis 60 Prozent. Viele Versicherte gerieten durch die hohen Beitragsanhebungen in finanzielle Existenznöte.

Seit Kurzem schien sich die Lage der privaten Krankenversicherung jedoch wieder beruhigt zu haben. Einige Versicherer konnten sogar mit Vorreiterfunktionen wie besserer Transparenz hinsichtlich der Beitragssteigerungen beziehungsweise durch den Verzicht auf weitere Beitragssteigerungen bis zum Jahre 2013 punkten. Nun erweckt eine aktuelle Studie des AOK-Bundesverbandes die Diskussion um Beitragssteigerungen wieder zum Leben.

AOK-Studie: PKV zukünftig mit hohem Geldbedarf?

Demnach könnte die PKV zukünftig einen hohen Geldbedarf besitzen, was die Grundlage für weitere hohe Beitragssteigerungen bietet. Laut Aussagen der privaten Krankenversicherer selbst sind die Beiträge durchschnittlich nur zwischen vier und sieben Prozent gestiegen. Die in den Medien verbreiteten hohen Beitragsanhebungen von bis zu 60 Prozent seien nur Einzelfälle gewesen, heißt es seitens der PKV.

Der „stern“ berichtet über die AOK-Studie

Wie der Stern in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, liegt eine neue Studie des AOK-Bundesverbandes zur PKV vor. Laut der Studie müssen PKV-Versicherte zukünftig damit rechnen, dass ihre Beiträge weiter steigen. Demnach müsste die PKV von jedem seiner voll versicherten Mitglieder rund 2700 Euro jährlich mehr an Beiträgen verlangen, damit die finanzielle Lage der PKV auch in den nächsten vierzig Jahren noch als stabil bezeichnet werden darf.

AOK-Studie: Drei Problembereiche innerhalb der PKV

Insbesondere drei Probleme der PKV werden in der Studie genannt. So sind einerseits die höheren Kosten für Arzneimittel, Arztbehandlungen sowie Krankenhausaufenthalte zu nennen. Zum anderen würde bei der privaten Krankenversicherung der demografische Faktor vernachlässigt, weil das steigend Lebensalter der Menschen nicht hinreichend bedacht würde. Zum Dritten schade die Niedrigzinsphase der Wirtschaft dauerhaft der PKV, so der Tenor der Studie.

Deshalb würden die angelegten Gelder innerhalb der privaten KV nicht ausreichen, um die steigenden Kosten zu finanzieren. Da auch in der Euro-Krise keine Lösung in Sicht sei, würde sich dies auch unmittelbar auf die finanzielle Situation der PKV auswirken, heißt es demnach in der Studie.

PKV-Verband weist Studie zurück

Dirk Lullies, PKV-Verbandsvertreter weist die Vorwürfe indes als unzutreffend zurück. Demnach sei die Private Krankenversicherung sogar besonders gut auf den demografischen Wandel eingestellt. Dies sei allein schon durch die Altersrückstellungen gegeben, so Lullies.

Kritik an manchen PKV-Unternehmen kommt mittlerweile aber auch aus der Branche selbst. So kritisiert Roland Weber, Vorstand der Debeka Krankenversicherung die Billigtarife mancher PKV-Anbieter. Auch zu hohe Maklerprovisionen würden zu unnötigen Kostensteigerungen und damit zu unnötigen Beitragsanhebungen führen, so Weber.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.