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Apple iPhone 5 & NSA: Spionage durch die Hintertür

Hat der NSA tatsächlich Zugriff auf das Apple iPhone, wie Spiegel Online kürzlich berichtete? Apple zumindest dementiert den „Zugriff durch eine Hintertür“, einem sogenannten „Backdoor“ speziell für den amerikanischen National Security Agency (NSA) in seinen iPhone Smartphones.

Man habe im iPhone keinerlei Hintertüren für den NSA implementiert, heißt es in einer ersten Stellungnahme von Apple. Doch was hat es mit dem Programm namens „DROPOUTJEEP“ auf sich, von dem Apple selbst angeblich nichts wissen will?

„DROPOUTJEEP“: per Backdoor Programm Zugriff auf alle iPhones der Welt

Einmal auf dem iPhone installiert, kann das Programm mit dem Namen „DROPOUTJEEP“ auf alle Daten des Smartphones zugreifen und so weit mehr als nur Bewegungsprofile für jeden Nutzer erstellen.

So sei „DROPOUTJEEP“ in der Lage, sowohl auf Textnachrichten, Kontaktlisten, Mikrofon und Kamera der Nutzer zugreifen zu können, als auch selbst Daten auf das iPhone zu laden. Damit könne jedes Smartphone auf der Welt zu einer Wanze umfunktionalisiert werden.

Zusammen mit dem Zugriff auf ortsbasierte Dienste wäre die NSA in der Lage, jeden iPhone Nutzer als Spionagewerkzeug zu missbrauchen, ohne dass dieser davon Notiz nimmt.

NAS Zugriff auf Apple Iphone auch ohne Backdoor?

Unklar ist bislang, ob die NSA hierfür die Mithilfe von Apple benötigt. So sei diese Technik möglicherweise noch vor einigen Jahren nicht in der Lage gewesen, das Programm ohne Hintertür auf die Smartphones zu bringen. Diverse Experten gehen jedoch davon aus, dass dies mittlerweile auch ohne „Backdoor“ möglich sein könnte.

In einer ersten Stellungnahme heißt es, dass Apple „niemals mit der NSA zusammengearbeitet hat, um eine Hintertür für eines unserer Produkte, darunter das iPhone, zu schaffen“. Weiter heißt es: „Wir arbeiten ständig daran, unsere Produkte sicherer zu machen, und wir erleichtern es unseren Kunden, ihre Software auf dem aktuellsten Stand zu halten“.

Ob mit Wissen und Zustimmung oder gar tatkräftige Hilfe durch Apple oder ohne, die Technologie und die Möglichkeiten zu solch einem Spionagewerkzeug wird sich die NSA sicher nicht nehmen lassen. Somit ist bestenfalls mit einem Wettrennen zwischen der NAS und Apple um Zugriff und Abwehr zu rechnen.

Spiegel Online bereichtet vom Werkzeugkasten der NSA

Laut einem Bericht von Spiegel Online unterhält die NSA eine geheime und hausinterne Abteilung zur Herstellung von Spionagewerkzeugen. Dafür habe die NSA eine eigene Abteilung mit dem Namen Tailored Access Operations, zu deutsch maßgeschneiderte Operationen, kurz TAO.

Diese Abteilung wiederum wende sich bei Bedarf an die Spezialisten der ANT, der Advanced Network Technology, so die Mutmaßung des Spiegel. Dabei reiche die Produktpalette von der Ausspähung von Daten bis hin zur Manipulation dieser, wobei ein Gerät durch besondere Raffinesse hervorsticht. Mit der „aktive GSM Basisstation“ ist es möglich, sich als Funkmast für Mobilnetze auszugeben, um so Handys zu orten und auszuspähen; zu haben ab 40.000 Dollar.

Nicht nur Apple iPhone von der NSA-Spionage betroffen

Nach dem Motto „viel ist nicht genug“ gibt sich die NSA selbstredend nicht mit den vielen Millionen iPhones alleine ab (allein in 2013 konnten über 150 Millionen iPhones verkauft werden). Vielmehr sei die NSA bereits heute in der Lage, jedes Handy auf der Welt zu orten und zu identifizieren, womit sich ganz persönliche Bewegungsprofile erstellen ließen.

Zudem stellt ein Bericht der Washington Post über die Totalüberwachung durch die NSA klar, wie Ernst es die USA mit der weltweiten Spionage nehmen. So würden Daten vieler Millionen Handynutzer weltweit ausgespäht und gespeichert, rund um die Uhr. Dazu Der Mobilfunkexperte Philippe Langlois in einem Interview für den Spiegel: „Wenn man sich an empfohlene Internet-Sicherheitsmaßnahmen hält, kann man seine Kommunikation absichern – aber nicht den eigenen Aufenthaltsort.“

Edward Snowden öffnet der Welt die Augen

Auch diese Informationen der Washington Post stammen aus dem Fundus der Snowden Enthüllungen und lassen nur erahnen, welches Ausmaß die generelle Spionage der USA auf der Welt erreicht haben muss. Denn nicht nur laut Aussagen von Edward Snowden ist dies erst die Spitze des Eisberges.

Da macht es wohl kaum einen Unterschied, ob Bürger mit einem Apple iPhone oder mit einem beliebig anderen Smartphone kommunizieren. Zudem bedarf es mehr Druck auf Regierungen, statt nur Apelle, wie jüngst die der internationalen Schriftsteller.



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