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Apple und Samsung müssen reden

Ein Gericht in Kalifornien hat die Rivalen Apple und Samsung zum Reden verdonnert, die Gespräche sollen unter Mediation von Gerichtsvertretern geführt werden. Damit sollen die Streitigkeiten um die Patente, an denen diversen Gerichte auf der ganzen Welt involviert sind, beendet werden. Der so genannte Smartphonekrieg um Patente wird von nahezu allen beteiligten Firmen (wie Google, Apple, Samsung, Microsoft etc.) miteinander und gegeneinander geführt.

Beide Unternehmen haben ihre Teilnahme an den Gesprächen bestätigt, diese sollen innerhalb von 90 Tagen stattfinden. An den Gesprächen sollen die Vorstandsvorsitzende der Schwergewichte (Tim Cook von Apple, Choi Gee-sung von Samsung) in der Unterhaltungselektronik teilnehmen.

Apple und Samsung- Rivalen und Geschäftspartner

Der Markt für so genannte Smartphones und Tablet-Rechner ist ein äußerst lukrativer Markt, beide Unternehmen sind federführend auf dem Weltmarkt. Die Rivalität zwischen Apple und Samsung hat schon einige Gerichte beschäftigt, so untersagte beispielsweise ein Gericht in Deutschland den Verkauf des Galaxy Tablets von Samsung, weil dieses dem iPad von Apple zu sehr ähnelte. Daraufhin brachte Samsung ein neu konzipiertes Tablet (Samsung Galaxy Tab 10.1) auf den Markt, Apple klagte erneut, doch diesmal erfolglos.

Auf der anderen Seite versuchte Samsung den Verkauf von Apple-Produkten in diversen Ländern zu untersagen, weil Apple hier Patente und Geschmacksmuster verletzt habe.

Die Rivalität wird auch nicht durch den Umstand abgebremst, dass beide Unternehmen aufeinander angewiesen sind, weil sie Geschäfte miteinander machen. So lässt beispielsweise Apple Komponenten (z.B. Display) für die eigenen Produkte bei Samsung herstellen, und bezahlt dafür Milliarden Dollar.

Alle gegen Alle- zum Vorteil der Kunden ?

Ob der gegenseitige Vorwurf, verknüpft mit einstweiligen Verfügungen und Verkaufsverboten, zum Vorteil der Kunden reicht, darf bezweifelt werden. So hat erst kürzlich Motorola Mobility (nun im Besitz von Google, eigens für die Patente aufgekauft) in Deutschland Klage gegen Apple eingereicht, Apple musste seinen eigenen E-Mail-Push-Dienst abstellen, da dies ältere Patente von Motorola verletze.

Apple hatte im Februar gegen Samsung Klage eingereicht, weil angeblich das neue Flagschiff Samsung Galaxy Nexus vier Patente von Apple verletzte. Ein Gericht in Deutschland sah diesen Vorwurf in derselben Sache als nicht erwiesen an und lehnte die Klage ab.  Anfang Februar wies wiederum ein Gericht in Deutschland die Klage von Motorola Mobility gegen Apple ab, zuvor musste Apple kurzzeitig bestimmte Produkte aus dem Verkauf ausschliessen.

Ob die Gespräche, die vom Gericht angeordnet wurden, zwischen Apple und Samsung Ruhe einbringen wird, darf bezweifelt werden, der Markt ist schlicht zu lukrativ. Dabei werden patente, die zum Standard geworden sind, als Waffen missbraucht, nicht immer zur Freude der Kunden.



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