Politik

Arbeitnehmer immer häufiger auf Zweitjob angewiesen

Lohn des Hauptberufts sichert immer weniger den Lebensunterhalt.

Innerhalb der letzen 10 Jahre hat sich die Anzahl derer, die neben ihrem Hauptberuf auf einem Zweitjob angewiesen sind verdoppelt.

Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, gingen im Juni 2013 2,62 Millionen Beschäftigte neben ihrer sozialversicherungspflichtigen Stelle zusätzlich mindestens einen Minijob nach.
Dies bedeutet, dass jeder elfte Arbeitnehmer (9%) auf mehr als einen Job angewiesen ist. 2003 waren es noch jeder 23. (4,3%).

Den größten Arbeitsmarkt für Zweitjobber stellt der Handelssektor dar. Hier waren Ende 2011 allein 424 000 Zweitjobber registriert. Im Gastgewerbe waren es 289 000 Zweitjobber.

Dies geht aus einer Stellungsnahme der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen Abgeordneten Pothmer hervor. Pothmer weißt darauf hin, dass der Lohn aus einem Job für viele offensichtlich nicht mehr zum Leben ausreiche und fordert den von der Bundesregierung geplanten Mindestlohn auch auf Minijobber auszuweiten.

Zahl der in Armut lebenden Menschen steigt

Ungeachtet der Jobzunahme sind immer mehr Menschen in Deutschland von Armut betroffen.

Dies berichtet sowohl das Statistische Bundesamt in seinem Datenreport 2013, als auch das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) sowie das Sozio-oekonomische Panel (SOEP).

Während die Bundesrepublik im Jahr 2012 mit 41,5 Mio Erwerbstätigen so viele Beschäftigte wie nie zuvor hatte, stieg gleichzeitig die dauerhafte Armut.

Dabei geht das Statistische Bundesamt von einer Definition von Armut aus, nach der jeder als arm gilt, der weniger als 980 Euro (Stand 2011) im Monat zur Verfügung hat.

Dem Report zufolge ist das Armutsrisiko vor allem für Ältere gestiegen. Die von Armut betroffene Gruppe der 54-64-Jährigen erhöhte sich von 17,7 Prozent (2007) auf 20,5 Prozent (2011).

In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen waren 2007 20,2 Prozent und 2011 20,7 Prozent von Armut bedroht.

Zudem kommt der Report zum Ergebnis, dass wer einemal arm ist, es auch deutlich häufiger als vor einem Jahrzehnt bleibt. Der Anteil der armutgefährdeten Menschen stiegt von 15,2 Prozent im Jahr 2007 auf 16,1 Prozent im Jahr 2011.

Soziale Unterschiede wirken sich auch auf Gesundheit und Lebenserwartung aus

Dem Statistischen Bundesamt zufolge beurteilen Geringverdiener ihren Gesundheitszustand als weniger gut bis schlecht, während bei Gutverdienenden eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten ist.

Die mittlere Lebenserwartung der niedrigsten Einkommensgruppe liegt bei Männern bei der Geburt fast elf Jahre unter der von Männern der hohen Einkommensgruppe teilten die Statistiker mit. Bei Frauen beträgt der Lebenserwartungsunterschied acht Jahre.

Bleibt die Frage wie hoch der Lohn sein müsste um als ausreichend beziffert werden zu können und welche Parameter darüber bestimmen? Reicht der Lohn aus wenn für eine Mietwohnung und 3 Mahlzeiten am Tag gesorgt ist, oder darf es auch mal ein Urlaub und ein bisschen Kultur sein?



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