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Arbeitsagentur geht auf Distanz zur Zeitarbeit

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) geht auf Distanz zur Zeitarbeitsbranche. Viele Experten betrachten die Zeitarbeitsbranche mit Argusaugen. So gilt es als allgemein bekannt, dass der Verdienst in der Zeitarbeitsbranche in der Regel unter dem eines normalen fest angestellten Arbeitsverhältnisses bei nur einem Arbeitgeber liegt.

Zudem handelt es sich oftmals nur um kurze befristete Tätigkeiten. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will nunmehr die so wörtlich “ Fehlentwicklungen“ im Vorstand diskutieren.

Arbeitsvermittler erhalten offenbar Anreize um in Zeitarbeit zu vermitteln

Als Hintergrund gilt, dass sich die Anzahl der Vermittlungen von Arbeitslosen in die Zeitarbeitsbranche im Gegensatz zu normalen Beschäftigungsverhältnissen zum Teil dramatisch erhöht haben. Im Jahr 2007 lag der Anteil der in die Zeitarbeit vermittelten Arbeitsverhältnisse demnach noch halb so hoch wie der der regulären Arbeitsverhältnisse.

Derweil beträgt der Anteil der Zeitarbeit nahezu genauso viel wie der der regulären Arbeitsverhältnisse. Im Jahr 2010 lag der Anteil sogar über dem der normalen Arbeitsverhältnisse. Insbesondere wird durch den Hauptpersonalratschef der Bundesagentur für Arbeit, Eberhard Einsiedler, kritisiert, dass Arbeitsvermittler hohe Anreize bekommen würden, in Zeitarbeitsverhältnisse zu vermitteln.

So zählt die Integration eines Arbeitslosen in die Zeitarbeitsbranche für die Statistik genau so als sei die Vermittlung in ein reguläres Arbeitsverhältnis erfolgt. Zudem würde der Erfolg der Integrationsmaßnahmen für jede einzelne Arbeitsagentur errechnet. Die Zeitarbeitsbranche übermittelt hierbei besonders viele Stellenvorschläge an die Bundesagentur für Arbeit.

Nahezu die Hälfte der Zeitarbeitsverhältnisse besteht nur drei Monate

Bemängelt wird hierbei jedoch, dass viele der Arbeitsverhältnisse oftmals nur drei Monate bestehen würden. Zudem gibt es Berichte darüber, dass zehn Agenturen der Bundesagentur für Arbeit zwischen 60 und 69 Prozent der vermittelten Stellenbesetzungserfolge allein über die Zeitarbeit erreicht hätten. Dabei wird bereits nahezu die Hälfte der Zeitarbeitsverhältnisse nach nur drei Monaten wieder beendet.

BA-Chef Weise: Nachhaltigkeit besser berücksichtigen

BA-Chef Frank-Jürgen Weise will nunmehr zukünftig auch den Nachhaltigkeitsaspekt besser berücksichtigt wissen. So sei es möglich, dass die Vermittlung in Zeitarbeit zukünftig ein anderes Gewicht bekommen würde, als die der Vermittlungen in ein reguläres Arbeitsverhältnis. Die Zeitarbeitsbranche ist bereits seit längerem in der Kritik.

Zeitarbeit: Oft schlechter bezahlt als reguläre Arbeitsverhältnisse

Zum Teil verdienen Angestellte in der Zeitarbeit deutlich weniger als ihre fest angestellten Kollegen. Dies gilt wohlgemerkt für dieselbe ausgeübte Art der Tätigkeit. Seit dem Jahr 2011 gibt es zwar einen Mindestlohn für die Zeitarbeit, der bei 7,60 Euro pro gearbeiteter Stunde im Westen und bei 6,65 Euro für den Osten liegt, im Vergleich zu fest angestellten Arbeitnehmern ist dies jedoch vielfach deutlich weniger.

Viele Unternehmen nutzen die Zeitarbeit insbesondere auch deshalb, um Arbeitsspitzen mit entsprechenden Personal auffüllen zu können, das Personal aber bei geringerer Auftragslage sofort wieder abziehen zu können. Der Vorteil für die Unternehmen liegt hierbei auf der Hand, die sonst geltenden Kündigungsschutzrechte werden so galant umgangen, zudem müssen keine Sozialabgaben bezahlt werden.



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