Konjunktur

Arbeits­kosten und Lohnneben­kosten in Deutschland

Wie das Statistische Bundesamt ermitteln konnte befinden sich die Arbeits­kosten und Lohnneben­kosten in Deutschland auf einem recht hohen Niveau, innerhalb der Europäischen Union befinden sich die Arbeits- und Lohnnebenkosten auf Rang sieben im Vergleich.

Lediglich Belgien, Schweden, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande weisen höhere Beschäftigungskosten aus. In Deutschland werden in der Privatwirtschaft pro Arbeitsstunde im Durchschnitt 30,10 Euro für die Arbeitgeber fällig. In Belgien kostet die Arbeitsstunde mit 39,90 Euro am meisten.

Bulgarien mit den niedrigsten Kosten

Das EU-Mitglied Bulgarien weist mit durchschnittlich 3,50 Euro die niedrigsten Arbeitskosten auf, Rumänien mit 4,50 Euro und Litauen mit 5,50 Euro bilden die günstigsten Länder in Sachen Arbeitskosten.

In Deutschland sind die Lohnneben- und Arbeitskosten in den vergangenen zehn Jahren (2001 bis 2011) innerhalb der gesamten EU am langsamsten Angestiegen. In diesem Zeitraum stiegen die Kosten im Durchschnitt um 19,4 %. Zum Vergleich: in Frankreich sind die Arbeitskosten im selben Zeitraum um 39,2 % angestiegen.

Lohnnebenkosten im Verhältnis zu Bruttoverdiensten

Setzt man die so genannten Lohnnebenkosten in Relation zu den Bruttoverdiensten, nimmt Deutschland innerhalb der EU eher einen Mittelplatz ein (Rang 16 von 27 EU-Staaten). Auf 100 Euro Bruttoverdienst entrichteten deutsche Arbeitgeber weitere 28 Euro. Der Durchschnittswert innerhalb der gesamten EU liegt bei 32 Euro zusätzlich zum Bruttoverdienst.

Am meisten entrichten schwedische Arbeitgeber an Lohnnebenkosten, hier werden zu 100 Euro Bruttoverdienst weitere 52 Euro fällig, in Frankreich 50 Euro und in Belgien 47 Euro. Am niedrigsten liegen die Lohnnebenkosten in Relation zum Bruttoverdienst in Malta, hier werden zehn Euro fällig. Dänemark und Luxemburg folgen mit 15 Euro.

Fazit- deutsche Lohnentwicklung

Die Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften in den vergangenen Jahren zahlt sich scheinbar (und kurzfristig) aus, die Entwicklung der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten in Deutschland sind innerhalb der gesamten EU am niedrigsten.

Die so genannten Lohnnebenkosten in Deutschland setzen sich für Arbeitgeber zusammen aus den Beiträgen für die Rentenversicherung (derzeit bei 9,8 %), der Krankenversicherung (7,3 %), der Arbeitslosenversicherung (1,5 %), der gesetzlichen Unfallversicherung (1,6 %) und weiteren Umlagen (Aufwendungsausgleichsgesetz, Muttergeld etc.). Die Arbeitskosten und Lohnnebenkosten in Deutschland sind mit ein wesentlicher Faktor für die deutsche Exportwirtschaft.

 



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