Wissenschaft

Archäologie: Dramatische Kürzungen bei Bodendenkmalpflege in NRW

Im Dezember 2013 hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen den Haushalt für das Jahr 2014 verabschiedet. Damit wurde auch der Landesetat für die Archäologie und Baudenkmalpflege neu festgesetzt.

Insgesamt 5,8 Millionen Euro gibt das Land Nordrhein-Westfalen zukünftig für den Bereich Baudenkmalpflege und Archäologie aus. Gegenüber dem Jahr 2012 stellt dies eine Kürzung von 6,3 Millionen Euro dar.

Bundestagspetition der DGUF hatte Erfolg

Dies entspricht mehr als der Hälfte der bisherigen Zuwendungen. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat die Kürzungen im Bereich der Bodendenkmalpflege und Baudenkmalpflege als unbedingt notwendig bezeichnet. Ursprünglich wollte die rot-grüne Landesregierung die Zuwendungen bis zum Jahr 2015 auf Null herunterfahren.

Dagegen regte sich jedoch zahlreicher Protest, der letztlich in einer Petition der Deutschen Gesellschaft für Ur-und Frühgeschichte (DGUF) an den Deutschen Bundestag gipfelte. Insgesamt 27.000 Unterzeichner machten damit ihren Unmut über die Kürzungen Luft.

Darunter waren auch so berühmte Persönlichkeiten wie Professor Dr. Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitzbesitz sowie die beiden Landesarchäologen für das Rheinland und Westfalen, Professor Dr. Jürgen Kunow (Bonn) und Professor Dr. Michael Rind (Münster).

Nachdem sich die Vertreter der Archäologie und Baudenkmalpflege mit der Politik zusammengesetzt hatten, wurden die Mittelkürzungen letztlich zwar heruntergefahren, von den ursprünglichen Plänen diese komplett auf Null herunterzufahren jedoch Abstand genommen.

Seit Sommer 2013 Verursacherprinzip in NRW-Denkmalschutzgesetz verankert

Im Sommer 2013 wurde in der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen das Verursacherprinzip gesetzlich implementiert. Dadurch soll es möglich sein, dass Ausgrabungen zukünftig durch den Bauherr einer Baumaßnahme finanziert werden sollen. Die DGUF weist jedoch darauf hin, dass insbesondere die Konservierung von Funden sowie die nachfolgenden wissenschaftlichen (insbesondere die naturwissenschaftlichen) Untersuchung der Funde und die Auswertung der Befunde nur unter größtem persönlichen Engagement der Archäologen möglich ist.

Im Jahr 2012 gab das Land Nordrhein-Westfalen noch 12,1 Millionen Euro für die Archäologie und Baudenkmalpflege aus. Davon wurden 8,3 Millionen Euro für die private und kommunale Baudenkmalpflege sowie 3 Millionen Euro für die Archäologie und 0,8 Millionen für die Kölner Dombauhütte ausgegeben.

Landtagsausschuss sichert Mittel für Archäologie und Baudenkmalpflege in NRW auch zukünftig zu

Für den laufenden Etat sind nun 5,8 Millionen Euro für alle Posten zusammen vorgesehen. Davon entfallen 2,0 Millionen Euro für den Bereich der Archäologie und 2,0 Million Euro für die private und kommunale Baudenkmalpflege. 1,8 Millionen Euro entfallen auf die Dombauhütten in Köln, Xanten und Aachen sowie die Soester Kirche.

Mitglieder des Landtagsausschusses für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr gaben gegenüber der DGUF an, dass der nun verabschiedete Etat für den Bereich der Archäologie und Baudenkmalpflege auch in den nächsten Jahren in der gleichen Höhe erhalten werden soll.



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