Gesundheit

Auswärtige Amt warnt vor Coronavirus Mers-CoV im Nahen Osten

Das Auswärtige Amt warnt nun zunächst Reisende in den Nahen Osten vor dem Kontakt mit Kamelen. Die Tiere können das Coronavirus übertragen, heißt es offiziell.

Die Warnung des Auswärtigen Amts vor dem Coronavirus Mers-CoV ist nach einer Risiko-Analyse aus dem vergangenen Dezember erfolgt.

Woher der gefährliche Erreger kommt, ist den Experten noch vollkommen unklar. Erst kürzlich ist eine am Vogelgrippe-Virus H5N1 erkrankte Kanadierin an den Folgen der Infektion gestorben.

„Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2013″

Der „Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2013″ zufolge ist der Virus Mers-CoV (wie auch schon der Sars-CoV Virus) ein Erreger aus der Gattung der Beta-Coronaviren. Die Quelle könnten Fledermäuse sein. Sehr ähnliche und artverwandte Viren wurden außerdem in Kamelen gefunden.

MERS-CoV – der Middle East respiratory syndrome-coronavirus- wurde im Jahre 2012 erstmals als Virus identifiziert. Er entstammt der Familie der Coronaviren (Coronaviridae). Diese Gattung verursacht beim Menschen schwere Infektionen der Atemwege, Lungenentzündungen und Nierenversagen.

Naher Osten Ursprung des MERS-CoV

Sämtliche bisher bekannten Infektionen hatten ihren Ursprung im Nahen Osten. Dabei gab es einen klaren Schwerpunkt in Saudi-Arabien. Die bisher bekannt gewordenen Erkrankungen verliefen auffallend schwer und oft tödlich.

Das bisherige epidemiologischen Muster der Ausbreitung lässt erkennen, dass das MERS-CoV nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die primären Wirtsorganismen sind dem Anschein nach Fledermäuse. Von ihnen geht es wahrscheinlich über Dromedare als Zwischenwirt „gelegentlich“ auf Menschen über.

Coronavirus MERS-CoV: Symptome und Krankheitsverlauf

Das Virus löst beim Menschen als erstes grippeähnliche Symptome aus. Danach folgen zumeist eine Lungenentzündung sowie Organversagen. Ein häufiges Begleitsymptom ist Durchfall. Bei schweren Verläufen kann auch Nierenversagen auftreten. Patienten mit chronischen Vorerkrankungen, wie Diabetes, Krebs oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, hatten bisher die schwersten Verläufe. Jeder zweite infizierte Fall endet tödlich.

In Deutschland gab es bisher „nur“ zwei Fälle von Mers-CoV. Beide scheinen den verfügbaren Informationen nach importierte Infektionen zu sein. Einer der beiden Patienten überlebte die Erkrankung nicht. Der WHO wurden bisher insgesamt 165 bestätigte Coronavirus-Ansteckungen und 71 Todesfälle gemeldet.

MERS-CoV hat Potential für Epidemie oder Pandemie

Der Erreger scheint bisher nur selten von Mensch zu Mensch übertragen worden zu sein. Allerdings mutieren diese Viren sehr schnell und die Erkrankungszahlen steigen. Das zusammen führte bei der Regierung zu dem Gedankenexperiment einer Epidemie oder Pandemie. „Das neue Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt“ – so lautet die ernst zu nehmende Warnung der Weltgesundheitsorganisation vor dieser neuen Krankheit. Diese Warnung greift nun auch die Bundesregierung in einer Risikoanalyse auf.

Christian Drosten befürchtet schnelle Mutation

Christian Drosten, Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn, sagt: “Das große Problem ist, dass wir nicht wissen, ob das Virus so bleibt wie es ist. Der Professor, der auch schon des Sars Virus identifizieren konnte, forscht nun mit seinen Mitarbeitern seit mehreren Monaten an Mers.

Coronaviren sind seiner Aussage gemäß in der Lage, schnell zu mutieren. „Die meisten mutieren so, dass sie eine verbesserte Übertragungsfähigkeit gewinnen.“ Mehrere Szenarien seien hier denkbar – im schlimmsten Fall verändere sich der Mers-Erreger so, dass er sich rapide vermehren kann.

Impfstoff gegen MERS in klinischer Testphase

Ein möglicher Lebendimpfstoff gegen Mers wurde bereits an der Ludwig-Maximilians-Universität München hergestellt. Forscher testeten das Vakzin schon erfolgreich an Mäusen. Doch bis zum Einsatz an Menschen ist es noch ein langer Weg. „So ein Impfstoff muss erst klinisch erprobt und dann offiziell zugelassen werden“, sagt Drosten. „Wenn das Vorgehen irgendwo beschleunigt werden muss, dann an dieser Stelle.“

Solange eine Infektion mit dem MERS-CoV nicht ausgeschlossen ist, sind spezielle Hygiene-Richtlinien zu beachten. Dabei sollten Kontaktpersonen möglichste eine spezielle Atemschutzmaske (der Klasse FFP-1 oder FFP-2) tragen. Ersatzweise ist jedoch mindestens eine Mund-Nasen-Schutzmaske nötig. Sofern möglich, sollte auch der Erkrankte selbst einen solchen Mund-Nasen-Schutz tragen.



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