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BaFin führt Ermittlungen gegen Deutsche Bank

Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat Ermittlungen gegen die Deutsche Bank aufgenommen. Die Behörde wirft der Deutschen Bank insbesondere vor, nicht genügend im Kampf gegen Geldwäsche zu unternehmen. Ermittler der Finanzaufsichtsbehörde sind nun vor Ort, um entsprechende Beweise zu sichern. Der Bericht der BaFin dürfte insbesondere auch für die Aktionäre und Kunden der Deutschen Bank von Interesse sein.

Wie die “Welt am Sonntag“ mitteilt, wirft die Finanzaufsichtsbehörde BaFin der Deutschen Bank vor, nicht genügend im Kampf gegen Geldwäsche unternommen zu haben. Dabei seien insbesondere Konzepte zur Verhinderung von Geldwäsche gemeint, so die Finanzaufsichtsbehörde. Vor wenigen Wochen entsendete die BaFin eine Gruppe von Ermittlern in die Bank. Zum Stand der Dinge wollte sich weder die Deutsche Bank durch einen Sprecher noch die Finanzaufsicht selbst äußern.

Sprecher der Deutschen Bank: “ Verantwortung im Bereich der Geldwäschebekämpfung wird sehr ernst genommen“

Aus Kreisen der Deutschen Bank wurde lediglich kommuniziert, dass die “Deutsche Bank ihre Verantwortung im Bereich der Geldwäschebekämpfung sehr ernst nehmen würde.“ Weiter sagte ein Banksprecher, “wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden weltweit zusammen.“ Durch die Financial Action Task Force (FATF) wurden Empfehlungen aufgestellt, die als Leitfaden für den Kampf gegen Geldwäsche dienen sollen.

So spricht die Empfehlung Nr.11 davon, dass “alle Kundendaten, Transaktionen und Kontoaufzeichnungen und sämtliche Korrespondenz aufzubewahren sei, damit sie den Behörden rasch zur Verfügung gestellt werden können.“ Die Empfehlung Nr. 10 wiederum umschreibt den Kundenkreis, für den die Anwendung der elften Regel gelten soll. Insbesondere soll die elfte Empfehlung für Geschäftskunden gelten. Allerdings soll diese Regelung auch dann angewandt werden, wenn ein Privatkunde eine einmalige Summe von mindestens 15000 Euro auf sein Konto überwiesen bekommt. Weil diese Regelungen zukünftig den Standard in der Bekämpfung der Geldwäsche darstellen sollen, müssen zahlreiche Banken in zusätzliche Informationstechnologien und mehr Personal investieren.

In 120 Fällen wurde eine Transaktionssumme von drei Millionen Euro überschritten

Allein im Jahr 2011 gingen rund 12900 Verdachtsmeldungen wegen möglicher Geldwäsche bei der entsprechenden Abteilung des Bundeskriminalamtes ein. Dies ist ein Anstieg um rund 17 Prozent. In 120 Fällen wurde eine Transaktionssumme in Höhe von drei Millionen Euro überschritten. Im aktuellen Fall wirft die BaFin der Deutschen Bank vor, verdächtige Transaktionen zu spät an die Ermittlungsbehörden gemeldet zu haben.

Das der Deutschen Bank drohende Bußgeld beträgt rund 100000 Euro. Neben diesem Verfahren laufen auch noch Ermittlungen im Zusammenhang mit einer Manipulation des Zinssatzes Libor. Zudem läuft ein weiteres Verfahren wegen möglichen Umsatzsteuerbetruges im Zusammenhang mit CO2 Emissionszertifikaten. Ungeachtet dessen was letztlich an Verdachtsmomenten bei der Deutschen Bank hängenbleibt, dürfte das Image des größten deutschen Geldinstituts nachhaltig beschädigt sein.



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