Sport

Bayern Olympiabewerbung: Bürgerentscheid – Gegner jubeln

Die Olympiabewerbung von München, dem Landkreis Traunstein, dem Berchtesgadener Land sowie von Garmisch-Partenkirchen ist Vergangenheit. Der Bürgerentscheid wurde deutlich von den Gegnern der Olympiabewerbung gewonnen.

Im Landkreis Traunstein gab es eine Ablehnungsquote von nahezu 60 Prozent. In München stimmten rund 52 Prozent der Bürger gegen eine Bewerbung für Olympia 2022. In Garmisch-Partenkirchen waren 51,6 Prozent und im Berchtesgadener Land rund 54 Prozent gegen eine Olympiabewerbung für die Winterspiele 2022. In München lag die Beteiligung am Bürgerentscheid jedoch nur bei 28,9 Prozent. Die höchste Beteiligung wurde in Garmisch-Partenkirchen mit 55,8 Prozent Wahlbeteiligung festgestellt.

Michael Vesper: „Vertane Chance für den Sport“

Die Sportfunktionäre sowie die Initiatoren zeigten sich tief enttäuscht. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sagte, dass “ offensichtlich das Misstrauen doch höher sei als die Begeisterung über die Spiele im eigenen Land.“ Ude kritisierte insbesondere die generelle Kritik an den Spielen.

Es sei demnach nicht um Teilaspekte gegangen, sondern um eine generelle Ablehnung. Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, sprach von einer “vertanen Chance für den Sport.“ Der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG formulierte es sogar derart drastisch, dass er die Bayern bezichtigte,“keinen Arsch in der Lederhose zu haben!“

Mobilisierung war bei Gegnern wohl besser als bei Befürwortern

Offenbar wurde der Bürgerentscheid so deutlich von den Gegnern gewonnen, weil diese ihre Anhänger offenbar besser mobilisieren konnten als die Befürworter. Nachdem der zweite Anlauf innerhalb von zwei Jahren gescheitert ist, wird es in der Landeshauptstadt München nun wohl so schnell keine erneute Olympiabewerbung mehr geben. Insbesondere die zunehmende Kommerzialisierung des Sports wird als Argument gegen die Spiele verwendet.

Horst Seehofer (CSU): Bürgerentscheide bayernweit ausdehnen

Mittlerweile dürften sich die Initiatoren besonders deshalb ärgern, weil sie das Volk gefragt haben. Trotz der Niederlage bekundete Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in wichtigen sachlichen Fragen zukünftig Bürgerentscheide bayernweit durchführen zu wollen.

Die Sportfunktionäre indes sind von einem derartigen Vorschlag offenbar alles andere als begeistert. Neben der Kommerzialisierung stand jedoch auch die Frage der Nachhaltigkeit und des ökologischen Gleichgewichts zur Abstimmung. Deshalb überrascht es nicht, dass der Bund Naturschutz über das nun erzielte Ergebnis erfreut ist.

Münchener Grünen-Vorsitzende fiel Stein vom Herzen

Überraschend ist dabei, dass die Vorsitzende der Grünen in München, Katharina Schulze, bekundete, dass ihr ein Stein vom Herzen gefallen sei. Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Ludwig Hartmann, freute sich über den Ausgang des Bürgerentscheides. Er stellte jedoch fest, dass der Verlierer nicht der Sport an sich gewesen sei, sondern das Internationale Olympische Komitee mit seinen Machenschaften. Hiergegen hätten sich die Bürger deutlich ausgesprochen, so Hartmann. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, selbst Mitglied der Grünen ist.



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