Konjunktur

Benzinpreis auf Rekordniveau- dank Ölpreis und schwachem Euro?

Autofahrer dieser Tage vergeht die gute Laune an der Tanksäule, wie der ADAC nun meldet, lag der Benzinpreis am 28. Februar auf Rekordniveau, und da der Ölpreis momentan ebenfalls auf einem hohen Level verharrt und der Euro zum Dollar deutlich an Wert eingebüßt hat, ist kein Ende der Preisspirale nach oben zu sehen. Wie der ADAC nun meldet, wurden im Februar im Durchschnitt für einen Liter E10 Benzin 1,587 Euro verlangt, im Durchschnitt 5,1 Eurocent mehr als im Januar. Auch Diesel wurde im Durchschnitt mit 1,48 Euro pro Liter teurer als im Vormonat, doch der  Rekordwert in 2008 wurde um 0,8 Cent verfehlt.

Rohölpreise treiben Benzinpreise

Die massive Nachfrage der aufstrebenden Märkte in Asien, die Handelssanktionen gegen den Iran und die zunehmende politische Destabilisierung im Mittleren Osten beflügeln die Ängste der Anleger, dementsprechend hoch ist der Ölpreis. Aktuell (Stichtag 2. März 2012) liegt der Ölpreis bei 124,80 Dollar pro Barrel der Sorte Brent. Hier würden die Preissteigerungen unmittelbar an die Kunden abgewälzt, so der ADAC, Preisrückgänge würden die Mineralölkonzerne hingegen nur verzögert weiterreichen. Weiterhin wurden die Preissteigerungen durch die starke Nachfrage nach Heizöl, bedingt durch die Kältewelle in Europa in den vergangenen Monaten, begünstigt.

Euro schwach- Benzinpreis hoch

2008 lag der Ölpreis auf seinem historischen Hochpunkt, damals mussten 144 Dollar pro Barrel Brent bezahlt werden. Doch damals, lange vor der Staatsschuldenkrise im Euroraum, hat der starke Euro diesen Höchstpreis abdämpfen können. Der Euro war damals 1,57 Dollar wert, heute (Stichtag 2. März 2012) liegt er nur noch bei 1,3213 Dollar. Und da der Handel mit Rohöl in Dollar abgewickelt wird, verteuert sich das Rohöl, und damit verbunden die daraus gewonnen Derivate, umso mehr.

Ölmultis, Staat, Verbraucher- wer ist nun Schuld am hohen Bezinpreis

In der Zuweisung der Schuldfrage, warum der Benzinpreis nun so hoch sei, wird  von den Mineralölkonzernen gerne an den Staat weitergereicht, dieser verweist zurück auf die Ölmultis. Manche Politiker in Deutschland sind gar der Meinung, der Benzinpreis sei nicht hoch genug, natürlich unter Verweis auf den Umweltschutz, denn in der Tat nimmt weltweit die Automobilverkehrsdichte rasant zu, Benzinpreis hin oder her. In der so genannten Liste Fortune Global 500 (2011), der 500 umsatzstärksten und börsennotierten Unternehmen der Welt, befinden sich acht Mineralölkonzerne unter den Top 15 der Liste (staatliche Ölunternehmen wie Aramco, Petronas und PEMEX nicht mit einbezogen !), aber nur zwei Autobauer.  Andererseits verweisen die Mineralölkonzerne darauf, dass sie an der Tanksäule nur einen Cent pro Liter als Gewinn einfahren, was nur bedingt stimmt, da die Ölkonzerne eben nicht nur am Endverbraucher verdienen. So verweist beispielsweise Aral bei einem Preis von 1,62 Euro pro Liter E5 Benzin, dass davon 91,67 Cent als Steuern an den Staat fließen (Stand 15. Februar 2012). So gesehen erscheint der Ruf einiger Politiker nach einem „Benzin-Gipfel“ fadenscheinig, da der Staat sehr wohl Interesse hat, die Benzinpreise zwar verträglich, aber auf möglichst hohem Niveau verharren zu lassen. Der Preis für Benzin nach oben ist offen, ein Krieg im Mittleren Osten, eine weitere Ölkatastrophe wie im Golf von Mexiko, der Preis wird nach oben schnellen. Ein Literpreis von zwei Euro für Benzin, irgendwann Realität ? Der Benzinpreis wird- dank schwachem Euro und hohem Rohölpreis- immer wieder ein neues Rekordniveau erreichen, wetten ?



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