Finanzen & Recht

Berufsunfähigkeitsversicherungen werden vom Staat gefördert

Viele Privatpersonen versichern sich nicht gegen Berufsunfähigkeit.

Dabei ist eine BU-Versicherung sinnvoll, so die Stiftung Warentest und andere Experten, da im Falle der Berufsunfähigkeit die gesetzliche Rente nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Der Staat möchte dies nun ändern und künftig Berufsunfähigkeitsversicherungen fördern.

Nur wenige Privatpersonen sichern sich gegen die Berufsunfähigkeit ab

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu besitzen, hält der Staat für wichtig. Nur wenige Privatpersonen haben eine solche Versicherung abgeschlossen. Dabei wurde die gesetzliche Erwerbsminderungsrente im Jahr 2001 gesenkt.

Arbeitnehmer sollten sich nicht zuletzt aus diesem Grund darüber Gedanken machen, wer bei einer längeren Auszeit durch Krankheit oder bei Invalidität für das Einkommen sorgt.

Viele sind nur über eine Zusatzversicherung abgesichert

Von 42 Millionen Arbeitnehmern haben dennoch nur 17 Millionen Menschen einen Vertrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Davon sind 13,7 Millionen lediglich über eine Zusatzversicherung über einen Hauptvertrag gegen die Berufsunfähigkeit versichert.

Bei einer Zusatzversicherung fällt die Absicherungssumme allerdings meist nur gering aus.

Reform zur Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Der Gesetzgeber hat sich zu einer Reform für Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung entschlossen. Seit Anfang 2014 können diese Versicherung vollständig von der Steuer abgesetzt werden.

Hierfür verantwortlich ist das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz, das es erlaubt, Produkte, die im Rahmen der Reform gefördert werden, bis zu einer Summe von 20.000 Euro von der Steuer abzusetzen.

Förderung wird voraussichtlich nicht in Anspruch genommen

Bisher gibt es noch keine passenden Produkte auf dem Versicherungsmarkt. Axel Kleinlein, der Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten erklärte, dass die Idee der Regierung, für einen flächendeckenden Berufsunfähigkeitsschutz sorgen zu wollen, im Nichts verpuffen würde.

Kleinlein sieht die Bundesregierung in ihrer Pflicht, sich bei der Produktgestaltung für passende Berufsunfähigkeitsversicherungen herauszuhalten. Bei Förderinstrumenten ist es jedoch üblich, dass der Gesetzgeber die Gestaltung der Produkte mitbestimmt.

Rente bis ans Lebensende

Bevorzugt würden lediglich Versicherungen, die im Fall von Invalidität eine monatliche Rente bezahlen und zwar bis zum Lebensende. In der Praxis ist dies jedoch für gewöhnlich nicht vorgesehen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt den Betroffenen im Invaliditätsfall nur solange, bis der Kunde die gesetzliche Rente bekommt.

Rente und private Altersvorsorge

Wenn eine Person, die eine Versicherung zur Berufsunfähigkeit abgeschlossen hat, in Rente geht, hat sie Anspruch auf die gesetzliche Rente und auf eine eventuelle private Altersvorsorge.

Unabhängige Versicherungsmakler empfehlen aus diesem Grund, damit die Versorgung in der Rentenphase nicht ausfällt, eine private Rentenpolice mit Zusatzleistungen zu versehen. Bei Berufsunfähigkeit werden in diesem Fall die Beiträge für die Rentenversicherung gegen einen Aufpreis vom Versicherungsunternehmen übernommen.

Dies bedeutet jedoch auch, dass solche Versicherung besonders teuer sind. Das Analysehaus ‚Morgen & Morgen‘ hat berechnet, dass die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung um das Zwei- bis Dreifache steigen müssten.

Steuerliche Vorteile sind nicht in Sicht

Die erhöhten Beiträge würden dazu führen, dass die steuerlichen Vorteile letztendlich wegfallen.

Steffen Schulz von der unabhängigen GMFS Versicherungsmakler GmbH sagte dazu, dass die Deutschen stets darauf bedacht seien, Steuern einzusparen. Die vom Staat geförderten Produkte seien aber deutlich teurer als die nicht geförderten Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Versicherungsunternehmen entscheiden sich gegen die Produkte

Bei einigen Versicherern sind solche Produkte bereits erhältlich. Allerdings bezahlen sie für die Berufsunfähigkeit nur dann, wenn sie bis zu einem bestimmten Alter eingetreten ist. Andere wiederum sprechen sich dagegen aus, derartige Policen in ihr Angebot aufzunehmen.

Hinzu kommt, dass sich die Leistungen der Versicherungsunternehmen stark unterscheiden. Es wird nicht nur nach Berufsgruppen differenziert, sondern bei Berufen, die ein erhöhtes Risiko für eine Berufsunfähigkeit mit sich bringen, wird oft nur eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung angeboten.

Diese bezahlt nur dann, wenn der Versicherungsnehmer gar nicht mehr dazu in der Lage ist, zu arbeiten. Ausfallzeiten werden dementsprechend nicht bezahlt.

Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2014 der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest untersucht in ihrem Berufsunfähigkeitsversicherung Test regelmäßig Versicherungen sowohl auf ihre Vertragsbedingungen als auch auf das Preis- Leistungsverhältnis hin und gibt Verbrauchern wichtige Entscheidungshilfen.

Die Testergebnisse und Empfehlungen sowohl der Finanztest als auch anderer Analysten sollten vor dem Abschluss einer BU-Versicherung herangezogen werden, um die besten Angebote ermitteln zu können. Eine Übersicht der aktuellsten Testberichte findet sich hier.



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