Finanzen & Recht

BGH: Kunden müssen für Online-Banking-Fehler haften

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem wegweisenden Urteil festgestellt, dass Bankkunden beim Online-Banking selbst haften, wenn sie auf Betrüger hereinfallen und diesem Umstand grobe Fahrlässigkeit zugrundeliegt. Im verhandelten Fall wurde ein Rentner um 5000 Euro betrogen. Der Rentner hatte zehn Tan-Nummern an Dritte weitergegeben.

Pharming-Falle brachte Rentner um 5000 Euro

Der Rentner folgte auf seinem PC-Monitor diversen Anweisungen, die ihn zur Herausgabe von insgesamt zehn Tan-Nummern brachte. Pro ausgeführte Transaktion wird in aller Regel eine Tan-Nummer verwendet.

Dem Rentner wurde mitgeteilt, dass sein Online-Banking-System erst wieder funktionieren würde, wenn er die Tan-Nummern weitergeben würde. Die Bank hatte zuvor vor derartigen Tricks gewarnt.

Insbesondere wurde auf der Homepage der Bank explizit vor der Herausgabe von Tan-Nummern gewarnt. Rund drei Monate nach der Herausgabe der Tan.-Nummern wurde dem Kunden ein Betrag von 5000 Euro abgebucht.

Als Empfänger wurde eine griechische Bank angegeben. Die Geldempfänger des Betrages blieben jedoch im Dunkeln. Der Rentner geriet nach Ansicht des Gerichts in eine sogenannte Pharming-Falle.

Rentner verlangte Geld von Bank zurück

Hierdurch wird dem Rentner eine falsche Version der Webseite angezeigt. Der Rentner begehrte indes sein Geld von seiner Bank zurück. Die Bank sah jedoch den Kunden in der Haftung.

Bereits die Vorinstanzen gaben der Bank recht. Der BGH bestätigte nun letztinstanzlich die Ansicht der Vorinstanzen. Der BGH begründete seine Entscheidung damit, dass der Rentner insbesondere deshalb fahrlässig gehandelt habe, weil die Bank zuvor extra vor derartigen Betrügereien gewarnt hatte.

BGH: Bank kam Sorgfaltspflicht nach

Die Bank kam insofern der Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Kunden nach, so der BGH. Das Urteil könnte jedoch schon in naher Zukunft bereits durch neue europäische Richtlinien überholt sein. Demnach haftet der Kunde nur noch bei grob schuldhafter Fahrlässigkeit, nicht aber bei einer einfachen Fahrlässigkeit. Der vor dem BGH verhandelte Fall trägt das Aktenzeichen (XI ZR 96/11).



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