Politik

Bild: Kampagne gegen Wulff?

Bundespräsident Christian Wulff gerät immer mehr in Bedrängnis. Nun offenbarte die Bildzeitung nach der Kreditaffäre um den Bundespräsidenten den nächsten „Skandal“. So soll der Unternehmer Carsten Maschmeyer im Jahre 2008 eine Anzeigenkampagne für ein Interview Buch Wulffs bezahlt haben. Doch es treten nun zunehmend auch Fragen nach der Rolle der Bildzeitung auf. Machte sich die Bild sogar strafbar?

Bild: Maschmeyer bezahlte Anzeigenkampagne

Ein Sprecher Maschmeyers bestätigte derweil die Angaben der Bildzeitung. Der Unternehmer Maschmeyer soll für die Anzeigen insgesamt 42700 Euro aus seinem eigenen Vermögen für die Buchkampagne Wulffs aufgewendet haben. Durch die Buchkampagne wurde während des niedersächsischen Landtagswahlkampfes für Wulffs Buch „Besser die Wahrheit“ geworben. Maschmeyer habe die Anzeigen demnach privat bezahlt, ohne diese steuerlich gelten zu machen. Maschmeyer selbst sagte zudem, dass Christian Wulff von der privat bezahlten Anzeigenkampagne nichts bekannt gewesen sei. Soweit der Bild-Bericht.

Bild: Gefälligkeitsjournalismus oder Sanktion?

Aufgabe der Medien ist es Skandale aufzudecken und darüber wahrheitsgemäß zu berichten. Nicht Aufgabe der Medien ist es allerdings Gefälligkeitsjournalismus zu betreiben. Das Bundespräsidialamt vermeldete nämlich mittlerweile, dass die Bild die derzeitige Kampagne des Bundespräsidenten nur betreibe, weil Wulff der Bildzeitung gegenüber Interviewanfragen ablehnte. Wenn die Bildkampagne auf dieser Tatsache beruhen sollte, dann hat jedoch nicht Christian Wulff ein Problem, sondern die Bildzeitung. Einerseits würde dann nämlich der Vorwurf der Erpressung oder zumindest der Verleumdung im Raum stehen, zum anderen hätte die Bild dann gegen den Pressekodex verstoßen. Das würde nämlich bedeuten, dass die Kampagne und damit die unbestrittenen Tatsachenbehauptungen der Bild nicht ans Tageslicht gekommen wären, wenn der Bundespräsident den Forderungen der Bildzeitung nach Interviews entgegengekommen wäre. Insofern sollte nicht nur die Rolle des Bundespräsidenten beleuchtet werden, sondern auch die der Bildzeitung. Dies insbesondere deshalb, weil bereits gestern einige Medien die Rolle der Bild infrage stellten. Dass nun einen Tag danach die Maschmeyer-Story seitens der Bild nachgeliefert wurde, wirft weitere Fragen auf, nämlich die, inwieweit die Bild von sich selbst ablenken will.



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