Politik

Bild: Wulff bewusst beschädigen

Sowohl Vertreter der Bundesregierung als auch Unionsabgeordnete wollen die Diskussion um Bundespräsident Wulff für beendet erklärt wissen. Sowohl Innenminister Wolfgang Schäuble als auch Bildungsministerin Annette Schavan warnten vor einer möglichen Beschädigung des Amtes.
Schavan sagte der „Welt am Sonntag“, dass der Bundespräsident die notwendigen Informationen erteilt hat und sich entschuldigt hat und dass nun wieder zur Sachdebatte zurückgekehrt werden sollte. Schäuble sagte der „Bild am Sonntag“, dass das Amt des Bundespräsidenten unbeschadet bleiben solle. Daher halte Schäuble ein „gewisses Maß an Zurückhaltung für sinnvoll“. Derweil wettet die Bildzeitung weiter gegen den Bundespräsidenten.

Bundespräsidialamt: Interviewanfragen abgelehnt

Auch andere CDU-Größen sprachen sich für ein Ende der Debatte aus. Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat von Wulffs Kritikern mehr Respekt eingefordert. Während auch die Opposition nicht den Rücktritt von Wulff fordert, scheint der Auslöser der Debatte und die sich selbst gerne als moralische Instanz Deutschlands bezeichnende Bildzeitung den Fall Wulff weiter am „köcheln halten“ zu wollen. So titelt die „Bild“ in ihrer heutigen Online-Ausgabe „Kredit Affäre. Das sagt die Presse. Wulff entlässt treuesten Mann“. Was auf den ersten Blick wie ein bloße Schlagzeile klingt, entpuppt sich beim genauen Lesen als weitere Beschädigung des Bundespräsidenten. Durch ausgewählte Negativschlagzeilen der Bild wird Wulffs Ansehen in der Öffentlichkeit weiter geschmälert. Durch das Attribut „Kredit Affäre“ soll letztlich der Fokus weiter beim Thema bleiben. Letztlich dient die Schlagzeile „Wulff entlässt treuesten Mann“ als Aufhänger, um dem Bundespräsidenten zu unterstellen, er würde um den eigenen Kopf zu retten, selbst treueste Weggefährten übers Messer springen lassen. Moral und vor allem seriöser Journalismus geht anders. Damit will die Bild den Bundespräsidenten bewusst schädigen. Denn wie das Bundespräsidialamt verlautbaren ließ, wollte Wulff nicht so, wie die „Bild“ es gerne hätte. Dieser erteilte der „Bild“ nämlich mehreren Interviewanfragen eine Absage. Die derzeitigen Schlagzeilen der Bild sind angesichts solcher sachlicher Hintergründe peinlich entlarvend und zeugen von einem seltsamen journalistischen Selbstverständnis.



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