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Bischof Tebartz-van Elst: Doch schon zum Papst geflogen

Der umstrittenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst ist nun offenbar doch schon zum Papst geflogen. Dabei nutzte er jedoch nicht die Lufthansa, sondern offenbar die Billig-Fluglinie Ryanair. Mehrere Zeugen haben offenbar dem Bischof am frühen Sonntagmorgen am Flughafen Hahn gesehen. Dies berichtet neben weiteren Medien auch “Spiegel Online.“ Wie ein Sprecher des Limburger Bischofs mitteilt, will Tebartz-van Elst offenbar im Vatikan dem Papst die Situation näher erläutern.

Bischofsresidenz soll offenbar bis zu 40 Millionen Euro kosten

Weder sei der genaue Zeitplan derzeit abzusehen, noch der Zeitpunkt, wann der Rückflug geplant ist, so ein Bistumssprecher. Derweil erhärten sich die Berichte über die Baukosten der umstrittenen Bischofsresidenz. Wie die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, soll der Limburger Bischof bereits seit mehreren Jahren die Kosten für Sanierungen sowie weitere Umbauten am Limburger Bischofssitz verschwiegen haben. Nach neueren Medienberichten soll der Bau der Limburger Bischofsresidenz nun nicht mehr 31 Millionen Euro, sondern bis zu 40 Millionen Euro kosten. Ursprünglich angesetzt waren lediglich 2,5 Million Euro. Tebartz-van Elst verliert derweil in der katholischen Kirche zunehmend an Rückhalt.

Bietet Bischof Tebartz-van Elst dem Papst seinen Rücktritt an?

Einer der Kritiker ist auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Dieser reist am kommenden Montag in den Vatikan. Ob Tebartz-van Elst in Rom dem Papst seinen Rücktritt anbieten wird, ist derweil völlig ungewiss. Der Limburger Bischof würde auch bei einem Rücktritt seinen Titel behalten, hätte aber keinerlei Einfluss mehr. Der Papst kann hingegen einen Bischof lediglich dann seines Amtes entheben, wenn dieser eine schwerwiegende Straftat begangen hat. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag einen Strafbefehl gegen den Bischof beantragt. Ob dieser jedoch ausreicht, im Zweifelsfalle dem Bischof seines Amtes zu entheben, ist ungewiss. Falls Tebartz-van Elst dem Papst selbst seinen Rücktritt anbietet, würde dies für die Kirche einem Befreiungsschlag gleichkommen und insbesondere vom Bistum Limburg eine schwere Last nehmen.

Limburger Bischof auch wegen Führungsstil in der Kritik

Zwischenzeitlich hat der Limburger Bischof den Vorwurf von Verschwendung jedoch abermals zurückgewiesen. Gegenüber den Gläubigen in seinem Bistum hat er sich jedoch weder schriftlich geäußert noch mündlich. Ursprünglich wollte er an diesem Wochenende einen Brief an die Gläubigen in seinem Bistum verfassen. Auch bei der Sonntagsmesse war der Bischof nicht zugegen. Nicht nur wegen der umstrittenen Bauvorhaben steht Tebartz-van Elst in der Kritik, sondern auch wegen seines autoritären Führungsstils und einem Flug mit der ersten Klasse der Lufthansa zu den Slums nach Indien. Letztlich ist jedoch zu erwähnen, dass vor einem endgültigen Urteil über Tebartz-van Elst zunächst die Prüfkommission angehört werden soll und die vom Bischof zugesagten Prüfunterlagen entsprechend überprüfen sollte. Ob Bischof Tebartz-van Elst dann allerdings noch im Amt ist, bleibt eine andere Frage.



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