Gesundheit

Bisphenol-A: giftige Chemie im Alltag

Die Chemikalie Bisphenol A, auch kurz BPA genannt, ist giftig und begegnet uns überall und alltäglich. Sie ist Bestandteil von Konservendosen und von Baby-Fläschchen. Bisphenol steckt in Kassenbons und vielen anderen Dingen des täglichen Lebens, in denen Weichmacher sind.

Dieser Stoff wirkt schleichend, macht krank und steht im Verdacht, Krebs, Migräne, Unfruchtbarkeit und weitere Erkrankenkungen auszulösen. Warum begegnet uns die Chemikalie Bisphenol A weiterhin im Alltag?

Suche nach Chemikalien mit östrogener Wirkung

Die Biochemiker Edward Charles Dodds und Wilfrid Lawson waren Mitte der 1930er Jahre auf der Suche nach Chemikalien mit Östrogenwirkung. Bis dahin hatte man diese Östrogenstoffe aus dem Urin trächtiger Stuten gewonnen, doch das war zu teuer.

Durch Versuche an Ratten, denen zuvor die Eierstöcke entfernt worden waren, wurde Bisphenol A als Substanz identifiziert, die zumindest eine schwache östrogene Wirkung hatte. Wenig später wurden deutlich wirkungsvollere Substanzen, synthetische Östrogene, bekannt. Das war das Aus für die Nutzung von Bisphenol A in der Hormontherapie

Studie: Bisphenol A für Unfruchtbarkeit verantwortlich

Die University of Michigan veröffentlichte 2010 eine Studie, in deren Verlauf 190 Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen teilnahmen. Dabei wurde in fast neunzig Prozent der Urinproben Bisphenol A (BPA) nachgewiesen.

Bei Probanden, die eine hohe BPA-Konzentration hatten, hatten auch eine rund dreiundzwanzig Prozent geringere Samenkonzentration und gut zehn Prozent mehr DNA-Schäden. Signifikant war dabei, dass die Werte der Probanden, die keine oder nur geringfügige BPA-Spuren hatten, erheblich besser waren.

Aktuellere Studien erlauben die Annahme, dass es einen Zusammenhang zwischen Diabetes auf der einen Seite, Herz-Kreislaufproblemen auf der anderen Seite, sowie Fettleibigkeit und fehlender Libido gibt. In dieser Untersuchungsreihe hatten ebenfalls entsprechende Probanden einen erhöhten Bisphenol A-Spiegel im Blut.

Worin ist Bisphenol A enthalten?

US-Forscher fanden heraus, dass Personen, die Lebensmittel aus Konservendosen konsumiert hatten, einen messbaren Anstieg dieses Stoffes im Blut hatten. Als Ergebnis daraus muss man schließen, dass das BPA aus der Innenbeschichtung der Konservendosen in die Nahrung diffundiert.

Dabei sind Konservendosen wahrlich nicht die einzige „Quelle“ aus der wir dieses Gift aufnehmen können. So sind es vor allem auch Plastikverpackungen in denen weit mehr Bisphenol A steckt, als gesund sein könnte. Es sind die Folie, die Lebensmittel schützt, die Frischhaltedosen von Lebensmitteln bis hin zum Kassenzettel in denen dieser krankmachende Stoff steckt.

Urintest weist Bisphenol im Körper nach

Die Verbreitung dieser Chemikalie ist schon besorgniserregend. Wer glaubt oder fürchtet, diese Chemikalie ebenfalls schon in sich zu haben, kann das über einen einfachen Urintest prüfen lassen. Nebenbei – auch der kräftige Schluck Wasser aus der Plastikflasche kann schon mehr sein, als nur Wasser. Auch diverse Produkte der Kosmetikabteilung und viele weitere Erzeugnisse des buchstäblich täglichen Lebens haben diesen Stoff zum Inhalt.

BPA Wirkung ähnlich künstlichem Hormon

Der Stoff wirkt wie ein künstliches Hormon. Damit wirkt er nicht nur als Giftstoff, sondern greift „hormonell“ in den Organismus ein. Am Ende sind die Ergebnisse einer „Vergiftung“ beispielsweise eine Unfruchtbarkeit, Herzprobleme sowie Diabetes oder Fettleibigkeit. Selbst von Krebserkrankungen wird im Zusammenhang mit der Wirkung von BPA berichtet. Nach neuesten Erkenntnissen hat dieser „fiese“ Stoff auch Migräneattacken zu verantworten.

Geringe Mengen Bisphenol A wirken stäker

Ohne BPA ist aber die Produktion von bekannten und alltäglichen Plastikprodukten kaum denkbar. Die Gefahr besteht ja darin, dass sich der Stoff hervorragend in Fett löst, und deswegen sehr gut vom menschlichen Organismus aufgenommen wird.

Unglücklicherweise funktioniert das über die Mundschleimhaut besonders gut. Noch gemeiner ist die Tatsache, dass dieses Gift in kleiner Dosierung stärker wirkt, was wenn es in großen Mengen konsumiert wird. Dieser Effekt macht den Stoff gerade bei geringer Belastung so extrem gefährlich.

Verbot von Bisphenol A überfällig

Ein erster Erfolg, diesen Stoff aus unserem Alltag heraus zu bekommen, besteht darin, den Einsatz dieses Stoffes in Babyfläschchen zu verbieten. Bis die Industrie bei der Produktion von Lebensmittelbehältern auf Bisphenol verzichtet, bleibt dem privaten Haushalte nur die Alternative auf Behältern aus Glas und Porzellan zurück zu greifen.



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