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Blitzmarathon: Polizei zieht positive Bilanz

Beim ersten bundesweiten Blitzmarathon hat die Polizei eine positive Bilanz gezogen. Von Kritikern als Abzocke bezeichnet, von Befürwortern als erzieherische Maßnahme zur Einhaltung der Straßenverkehrsordnung empfohlen, führte die Polizei in der Zeit vom 10. Oktober 6:00 Uhr bis zum 11. Oktober um 6:00 Uhr morgens auf zahlreichen Straßen im Land vermehrte Geschwindigkeitskontrollen durch.

Zu schnelles Fahren gilt als Unfallursache Nummer eins. Besonders schwere Unfälle entstehen dabei durch überhöhte Geschwindigkeit. Zahlreiche Polizeidienststellen haben zwischenzeitlich Bilanz gezogen. Diese fällt durchweg positiv aus.

Hamburger Polizei positiv überrascht

In Hamburg beispielsweise haben 522 Polizisten an insgesamt 389 Standorten Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Dabei sind 299.850 Fahrzeuge von den Kontrollen erfasst worden. Lediglich 2851 Geschwindigkeitsübertretungen wurden festgestellt. Der Hamburger Polizei Vizepräsident Reinhardt Fallak teilte dabei mit, dass “erheblich weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt wurden als an vergleichbaren Tagen“. Im gesamten Hamburger Stadtgebiet fanden an dem Tag rund 50 Prozent weniger Unfälle als an vergleichbaren Tagen ohne engmaschige Geschwindigkeitskontrollen statt. Insgesamt wurden in Hamburg zwei Personen ohne Führerschein angetroffen, drei Personen fuhren unter Alkoholeinfluss und vier festgestellte Personen konsumierten Drogen.

Mönchengladbach: Mit 77 Stundenkilometern in Tempo-30-Zone

Auch in Mönchengladbach zieht man eine positive Bilanz. Dort wurden 12.745 Fahrzeuge kontrolliert. Lediglich 378 waren dabei zu schnell gefahren. Zudem wurden 27 sonstige Verkehrsverstöße festgestellt. Ein besonderer Ausreißer wurde in der Innenstadt von Mönchengladbach in einer 30 km-Zone festgestellt. Ein Fahrzeugführer fuhr dort mit 77 km/h.

Im Kreis Borken waren 78 Polizeibeamte an 45 Kontrollstellen für den Blitzmarathon abgestellt. Dabei wurden 19.442 Fahrzeuge überprüft. Bei 712 Fahrern wurden Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Der Spitzenreiter im Kreis Borken war ein Fahrzeugführer, der mit 155 km/h statt der erlaubten 100 km/h mit seinem Fahrzeug unterwegs war. Im Märkischen Kreis wurde lediglich bei 2,52 Prozent der Verkehrsteilnehmer eine Geschwindigkeitsübertretung festgestellt.

Gütersloh: Kreispolizeibehörde, Stadt und Kreis blitzten gemeinsam Verkehrssünder

In Gütersloh waren rund 50 Beamte für den Blitzmarathon eingesetzt. Neben der Stadt Gütersloh waren auch der Kreis und die Kreispolizeibehörde in den ersten bundesweiten Blitzmarathon eingebunden. An 44 Kontrollstellen im Kreis wurden Geschwindigkeitsmessungen eingerichtet. Diese wechselten im Laufe des Tages ihren Standort. Rund 10.175 Kraftfahrzeuge wurden kontrolliert. 384 Fahrzeughalter müssen mit einem Verwarnungsgeld rechnen, 368 wurden wegen überhöhter Geschwindigkeit sanktioniert. 78 Verkehrsteilnehmer müssen dabei mit einem Bußgeldbescheid wegen überhöhter Geschwindigkeit rechnen.

Fünf Fahrzeughalter müssen mit Fahrverboten rechnen und ein Bußgeld von 160 Euro sowie drei Punkten in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Ein Fahrer wurde dabei mit 102 km/h in einer 50 km-Zone geblitzt. Die Gütersloher Polizei weist wie die Polizei insgesamt darauf hin, dass es nicht darum geht, die Verkehrsteilnehmer abzuzocken, sondern die Fahrzeughalter zu einer umsichtigen Fahrweise anzuhalten.

Polizei: Erzieherische Maßnahme zum umsichtigen Fahren statt Abzocke

Der Sinn ist der Schutz vor schweren Unfällen. Auch in zahlreichen anderen Städten, Kreisen und Gemeinden in der gesamten Bundesrepublik zieht die Polizei eine positive Bilanz des Blitzmarathons. Besonders auffällig war beim Blitzmarathon, dass zahlreiche Taxifahrer in mehreren Städten über die Polizei fluchten. Dabei gilt insbesondere das Taxigewerbe als eines der Kandidaten, die im innerstädtischen Verkehr in regelmäßigen Abständen die Geschwindigkeitsregelungen zum Teil gerne missachten.

Letztlich wurden Verkehrsregeln dafür erdacht, allen Verkehrsteilnehmern das grundgesetzlich garantierte Recht auf körperliche Unversehrtheit zu garantieren. Wer sich nicht an dieses Recht hält, wird entsprechend sanktioniert. Mit Abzocke hat das indes nichts zu tun. Zahlreiche Erziehungsberechtigte wenden tagtäglich bestimmte Mittel der Sanktionen für ihre Kinder an, um diese zu erziehen. Bezogen auf die Straßenverkehrsordnung hat die Polizei am gestrigen Tage nichts anderes getan.



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