Wirtschaft

Börsenmakler träumt von neuer Rezession

In einem Interview mit der BBC prophezeit Börsenmakler Alessio Rastani den globalen Märkten und der Eurozone eine düstere Zukunft. Er erklärte verdutzten Journalisten der BBC am Dienstag (26.9.), dass genau dies seine Hoffnung sei.

„Es ist nicht der richtige Moment für das Wunschdenken, Regierungen würden diese Probleme lösen“ warnte Rastani. Die großen Finanzinstitutionen wüssten ganz genau, dass die Börsenmärkte am Ende seien. „Smart Money“, wie Rastani Hedge Funds und Investmentbanken nennt, wären schon längst dabei, ihr Geld aus der Eurozone herauszuschaffen. „Nicht Staaten regieren die Welt, Goldman Sachs regiert die Welt“ erklärte er. Der US-Investmentbank wird unter anderen angelastet, eine Kernrolle bei Griechenlands geschönter Haushaltsbilanz gespielt zu haben. Die Finanzkrise verglich der Händler mit einem Krebsgeschwür. Je länger man abwarte, desto schlimmer würde es für die eigene Gesundheit.

Rastani gestand, auf eine neue Rezession zu hoffen. „Bei der Wirtschaftskrise in den dreißiger Jahren ging es nicht nur um Börsencrashs. Es gab Leute, die darauf vorbereitet waren, durch die Krise Geld zu verdienen. Und ich glaube, jeder ist in der Lage dazu dies zu tun, nicht nur die Elite“.

Auf seinem Blog schreibt der Händler, dass niemals in der Menschheitsgeschichte so viele Millionäre entstanden sind, wie während der Rezession in den dreißiger Jahren. Es gehe darum die Trends zu erkennen, die auf Verluste an den Märkten hinweisen. Man müsse wissen, wie ein Minus auf den Aktienmärkten zu einem Plus in der eigenen Geldbörse gemacht werden könne.

Genau dies sieht Rastani als seine Aufgabe an. Auf die Frage, wie der nächste Tiefpunkt der globalen Finanzkrise gelöst werden könne, entgegnete er, dass dies für ihn egal sei. „Für die meisten Börsenhändler ist es belanglos, eine gesunde Wirtschaft zu haben. Unser Job ist es, Geld zu verdienen.“

Anlegern riet Rastani dazu, ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Für die nächsten zwölf Monate sagte er voraus, dass Millionen von Menschen ihre Ersparnisse verlieren werden. „Und dies ist erst der Anfang“.

Wo man seine Anlagen unterbringen sollte, verriet Rastani nicht. Schließlich ist einer seiner Nebenberufe, kostenpflichtige Seminare zum Börsenhandel zu geben.



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