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Brasilien: MPX und E.ON vereinbaren Joint-Venture

Der deutsche Energieriese E.ON und die brasilianische Tochter MPX der MPX-Gruppe haben ein Joint-Venture zur Gründung des größten privaten Energieunternehmens in Brasilien vereinbart. Dies gab E.ON heute in einer Presseerklärung bekannt.

Beide Unternehmen sollen jeweils 50 % des Joint-Venture halten, die Gründung soll bis Juli diesen Jahres abgeschlossen werden. Zuvor muss die MPX-Gruppe notwendige organisatorische Umstrukturierungen vornehmen.

Der Milliardär Eike Batista zeichnet sich verantwortlich für die MPX-Gruppe, neben dem Bau neuer Elektrizitätswerke scheint E.ON auch an der Gasförderung sich zu interessieren. Der Deal soll in die Milliarden reichen.

Cleaner & Better Energy Strategie von E.ON

Seit 2011 versucht E.ON eine neue Strategie anzuwenden, angetrieben mit der Diskussion um erneuerbare Energien will das Unternehmen vermehrt auch im Ausland wachsen und sich damit als Global Player etablieren.

Um die neue Strategie auch finanzieren zu können, trennte sich E.ON von Geschäftsbeteiligungen, die Erlöse sollen den neuen Projekten in Brasilien und der Türkei zugute kommen. Daher hatte E.ON die Anteile an Gazprom (3,5 Milliarden Euro) und Central Networks aus Großbritannien (4,7 Milliarden Euro) verkauft.

Weiterhin wird im Konzern ein rigider Sparplan umgesetzt, weltweit sollen bei E.ON 11.000 Arbeitsplätze entfallen. Im Gegenzug sollen neue lukrative Märkte erschlossen werden, auch weil der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland sicher geglaubte Einnahmen entfallen lässt.

E.ON in Südamerika: 11.000 GW Stromerzeugung

Der brasilianische Partner MPX bringt die Erlaubnis zum Bau von Kraftwerken mit einer Nennleistung von 11.000 MW mit ein, die Vorhaben sind in Brasilien und in Chile geplant. E.ON hat momentan weltweit eine Leistung von 69.000 MW, dies verdeutlicht die Größe des Projektes in Brasilien. Bis 2020 soll das Joint-Venture eine Nennleistung von 20.000 MW inne haben.

Bislang produziert MPX Strom mit einer Nennleistung von 14.000 MW. Daneben hält das Unternehmen Beteiligungen an Minen (z.B. Kohle-Mine in Kolumbien) und fördert auch Erdgas. Insbesondere der neue Fund von Lagerstätten in Nordbrasilien weckt  Begehrlichkeiten, auch anderer Unternehmen an einer Beteiligung.

Neben dem Bau eines Kohlekraftwerkes in Chile und eines Gaswerkes in Brasilien hält sich das Unternehmen Optionen frei. Der Bau von Kernkraftwerken wird hingegen kategorisch ausgeschlossen, in Brasilien ist das Thema nach dem Super-Gau von Fukushima äusserst unpopulär.

E.ON auf Wachstumskurs?

Im energiehungrigen Brasilien, zugleich einem Schwellenland auf dem Sprung zur Industrienation und mit vielen Bodenschätzen gesegnet, scheint die Strategie von E.ON auf Wachstum zu setzen. Im Gegenzug profitiert MPX vom Know-How der Düsseldorfer, rund ein Fünftel des neu produzierten Stromes soll aus der Windenergie kommen, so die Planungen.

Ob E.ON sich mit der neuen Strategie wird durchsetzen können, bleibt abzuwarten, das Joint-Venture mit MPX wird E.ON sicherlich nicht schaden.

 

 



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