Finanzen & Recht

Bürgerentlastungsgesetz 2014: PKV & Pflegeversicherung

In der Steuererklärung 2014 können die Beiträge zur Krankenversicherung (auch PKV ) und Pflegeversicherung angesetzt und zu einem großen Teil von der Steuer abgesetzt werden.

Dies ist erst seit dem Jahr 2010 möglich mit der Einführung des sogenannten Bürgerentlastungsgesetz.

Damit können Beiträge zur gesetzlichen ( GKV ) und privaten Krankenversicherung ( PKV ) sowie Pflegeversicherungsbeiträge steuerlich geltend gemacht und von der Steuer abgesetzt werden.

Bürgerentlastungsgesetz

Das Finanzamt erkennt seitdem in sehr viel höherem Maße die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. In vielen Fällen führt dies zu einer spürbaren Reduzierung der gesamten Steuerlast. Die Höhe der steuerlichen Entlastung gestaltet sich unterschiedlich, ob ein Arbeitnehmer in der gesetzlichen oder der privaten Krankenkasse versichert ist.

Krankenversicherung in der Anlage Vorsorgeaufwendungen

Die Absetzbarkeit der Beiträge für die private Krankenversicherung (PKV) in der Steuererklärung 2014 kann in der Anlage Vorsorgeaufwendungen beantragt werden. Dies gilt auch für die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Die in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherten können im Regelfall den kompletten Krankenkassenbeitrag steuerlich absetzen. Versicherte in der PKV dagegen bekommen meist nur einen Teil der privaten Versicherungsprämie erstattet, da diese oft den Höchstbeitrag in der gesetzlichen KV übersteigt, aber auch ein Mehr an Leistungen umfasst, das über die sogenannte Basisversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgeht.

Das dem Bürgerentlastungsgesetz zugrunde liegende Steuerrecht berücksichtigt nur die Leistungen der Basisversorgung. Alle darüber hinausgehenden Leistungen der PKV sind nicht steuerlich absetzbar.

Private Krankenversicherung eingeschränkt steuerlich absetzbar

Die meisten Tarife der PKV sind derart gestaltet, dass sie sich durch zusätzliche und qualitativ höherwertige Leistungen von der GKV absetzen. Leistungen der privaten Krankenversicherung wie zum Beispiel das Einbettzimmer oder die Chefarztbehandlung im Krankenhaus oder die Übernahme der Kosten von hochwertigem Zahnersatz wie etwa Inlays sind aus Sicht der Finanzbehörde jedoch zusätzlicher Luxus, der grundsätzlich nicht als zu den Basisleistungen gehörend anerkannt wird.

Wer genau wissen will, in welcher Höhe seine Beiträge zur privaten Krankenversicherung steuerlich geltend gemacht werden können, sollte seine Versicherung bitten, ihm eine Aufstellung der Basisleistungen für seinen Tarif mit einer Angabe der zugehörigen Kosten zu erstellen.

Maximal absetzbarer Betrag

Zudem gibt es für die Absetzbarkeit der Versicherungsbeiträge in der Anlage Vorsorgeaufwendungen eine obere Schranke von maximal 1.900 EUR bzw. für Eheleute gilt der doppelte Betrag. Nur bis zu diesem Betrag lassen sich Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen.

Diese Obergrenze von 1.900 EUR ist schnell mit diversen Versicherungsbeiträgen zur Vorsorge überschritten. Auch dann wenn die Beiträge in der GKV steigen, weil die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wie in 2014 angehoben wird, bleibt die Obergrenze von 1.900 EUR konstant. So liegt der jährliche Höchstbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2014 wegen der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze bei 3.985,20 EUR, und damit weit über der absetzbaren Grenze von 1.900 EUR.

Steuerliche Berücksichtigung der KV Beiträge bei Selbständigkeit

Selbständige und Freiberufler sind zumeist privat versichert. Auch diese Berufsgruppe hat die Möglichkeit die Krankenversicherungsbeiträge in 2014 steuerlich geltend zu machen. Selbständige können aktuell bis zu 2.800 EUR in der Anlage Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen.

Die Obergrenze von 1.900 EUR für Arbeitnehmer verdoppelt sich, weil Selbständige und Freiberufler ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ganz allein tragen müssen ohne den Zuschuss eines Arbeitgebers.

Alleinstehende und verheiratete Arbeitnehmer

Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung können also ihre Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge im Jahr 2014 in der Anlage Vorsorgeaufwendungen komplett bis maximal zur Obergrenze von 1.900 EUR steuerlich geltend machen. Für Verheiratete verdoppelt sich dieser Grenzbetrag.

Arbeitnehmer, die in einer privaten Krankenkasse versichert sind, können nur die Beiträge für die Basisleistungen bis maximal 1.900 EUR steuerlich absetzen. Für Selbständige, Freiberufler und andere Berufsgruppen ohne Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung erhöht sich der maximal absetzbare Betrag für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf 2.800 EUR.



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