Finanzen & Recht

Bundeskartellamt: Verfahren gegen Ölkonzerne

Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen fünf große Ölkonzerne in Deutschland eingeleitet, die Firmen Deutsche BP/Aral, ExxonMobil Europe/Esso, ConocoPhilips Germany/Jet, Shell Deutschland und Total Deutschland hätten freie Tankstellen behindert. Die Oligopolisten, wie das Kartellamt die besagten Ölkonzerne bezeichnete, müssen die freien Tankstellen zu fairen Konditionen beliefern, genau hier bestehe ein Anfangsverdacht, so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

Rund ein Drittel des Treibstoffmarktes werden über die so genannten freien Tankstellen, die eben nicht im Besitz der großen Ölkonzerne sich befinden, abgewickelt. Nun bestehe der Anfangsverdacht, dass die freien Tankstellen zu schlechteren Konditionen Treibstoff erhalten hätten, als die eigenen Tankstellenketten. Beschwert hatten sich einige Betreiber der freien Tankstellen beim Bundeskartellamt.

Oligopol in Deutschland

In der Presseerklärung spricht das Bundeskartellamt von einem Oligopol der fünf großen Mineralölkonzerne. In einem Oligopol bestimmen wenige Anbieter den Marktpreis für die Waren, denen stehen viele Nachfrager gegenüber. Hierbei ergeben sich Missbrauch-Möglichkeiten, diese will das Bundeskartellamt unterbinden.

Das Bundeskartellamt ist die offizielle Wettbewerbsbehörde in Deutschland, sie wurde 1958 gegründet um die Bildung von Kartellen, sukzessive Preisabsprachen zwischen Herstellern, und die Bildung von marktbeherrschenden Zusammenschlüssen zu unterbinden.

Benzinpreise auf Rekordniveau

Die Benzinpreise in Deutschland bewegen sich derzeit auf Rekordniveau, so werden vom Sonntag Durchschnittspreise an den Tanksäulen von 1,68 Euro berichtet. An einigen Tankstellen kostete die Sorte Super E 5 (die meistgetankte Spritvariante in Deutschland) gar 1,71 Euro.

Nun steht das Osterwochenende an, traditionell schrauben die Minerlölkonzerne an diesen Tagen erneut an der Preisschraube, also gut möglich, dass neue schwindelerregende Rekordpreise für Benzin und Diesel erreicht werden könnten. Die Politik diskutiert derweil, ob man die Pendlerpauschale erhöhen sollte, immer mit dem Hinweis, dass diese nichts mit den hohen Benzinpreisen zu tun hätte.

Laut einer Umfrage von Forsa, im Auftrag des Stern, versuchen zweidrittel aller Autofahrer spritschonender zu fahren, um die Kosten zu senken. 40 % der Befragten gaben zudem an, öfter aufs Fahrrad oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Fast ein Drittel der Befragten gaben zudem an, den Kauf eines spritsparenden Fahrzeuges in Erwägung zu ziehen. Eine andere Möglichkeit ist die des Preisvergleiches im Internet, hier sind es meist die freien Tankstellen die am günstigsten sind. Das Verfahren des Bundeskartellamtes gegen die fünf großen Ölkonzerne könnte sicherstellen, dass es demnächst auch so bleibt.

 



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