Finanzen & Recht

Bundesnetzagentur: Strom wird teurer- auch dank Netzausbau

Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, geht die Bundesnetzagentur von einer Verteuerung der Strompreis ein Deutschland um bis zu sieben Prozent auf die nächsten Jahre aus. Demnach benötige man für die Energiewende, vielmehr für den dazu notwendigen Netzausbau, eine Investitionssumme von bis zu 47,5 Milliarden Euro, in der Folge würden die Netzentgelte um einen Viertel ansteigen. Die Netzentgelte machen wiederum einen Viertel des Endpreises für den Endverbraucher aus. Für Industriestrom geht die Bundesnetzagentur gar von einem Preisanstieg von bis zu 54 % der Netzentgelte aus, was unmittelbar eine Preissteigerung des Stroms um bis zu acht Prozent nach sich ziehen könnte.

Netzausbau in Planung

Nach dem verheerenden Super-Gau von Fukushima hat die amtierende Bundesregierung einen ehrgeizigen Plan zum Ausstieg aus der Atomenergie vorgelegt, damit forciert sie die so genannte Energiewende, die neben CO-Reduktion und Atom-Ausstieg auf Erneuerbare Energien setzt. Neben der Photovoltaik, wo kürzlich die staatliche Solarförderung gekürzt wurde, ist dies vor allem der Ausbau der Windkraftenergie. Große Ressourcen liegen hierbei in den so genannten Offshore-Windparkanlagen auf hoher See. Doch neben den Schwierigkeiten beim Ausbau (höhere Kosten als im Vorfeld prognostiziert) sind es vor allem die fehlenden Kapazitäten beim Netz. So müssen die erzeugten Kilowattstunden von Norden gen Süden transportiert werden. Die Bundesregierung will in den kommenden Wochen einen Netzausbauplan vorlegen, dieser wird anschließend diskutiert werden müssen. So zeichnet sich jetzt schon ab, dass örtliche Bürgerinitiativen dem Bau von Starkstromleitungen (oberirdisch) kritisch gegenüberstehen werden.Das andere Schlüsselwort zur Energiewende lautet Energieeffizienz, hierzu zählt die wärmetechnische Isolation von Gebäuden, die Reduktion des Stromverbrauchs in der Industrie wie beim Endverbraucher, genauso wie die Art der Stromeinspeisung, hier schlummern noch längst nicht ausgeschöpfte Potentiale.

Ökostrom teurer als „normaler“ Strom ? Mitnichten !

Bislang sind liegen die Preise für Strom aus Windkraft und Sonnenenergie pro Kilowattstunde höher als Strom aus konventioneller Herstellung. Auf der anderen Seite werden aber Windkraftanlagen und vor allem Photovoltaikanlagen immer günstiger, zumal die Nachfrage weltweit stetig steigt. Sobald die ersten Anlagen völlig abgeschrieben sind, werden die daraus erzeugten Strompreise nochmals günstiger. Einer der wesentliche Gründe, warum der Alt-AKW-Reaktor Biblis so profitabel lief war der, dass die Anlage steuerlich abgeschrieben war. Beim Umbau der Netze werden Investitionen anfallen, und diese werden über einen teureren Strompreis an die Endkunden weitergereicht, das weiß auch die Bundesnetzagentur.



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