Gesundheit

Bundesregierung plant Entlastung von Ärzten & Pflegekräften

Die Bundesregierung hat sich dazu entschlossen, Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern zu entlasten.

Damit der Mangel an Pflegepersonal ausgeglichen werden kann, sollen den Kliniken finanzielle Anreize geboten werden, wenn sie ausreichend Krankenpfleger und Krankenschwestern einstellen.

Wer bezahlt die Kosten?

Krankenhäuser, die mehr Pflegepersonal einstellen und somit zur Entlastung von Ärzten, Krankenschwestern und Krankenpflegern beitragen, sollen dafür finanziell unterstützt werden, hat die Bundesregierung beschlossen. Aber wer soll die Kosten dafür tragen?

Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen die Krankenkassen die Kosten dafür aufbringen. Noch einmal zur Erinnerung – die Krankenkassen dürfen ihre Beitragssätze ab 2015 selbst bestimmen. Wenn der Mehrkostenaufwand für die Versicherer zu teuer wird, könnten diese also auf die Versicherungsnehmer abgewälzt werden.

Hermann Gröhe fordert Entlastung von Ärzten und Pflegepersonal

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU erklärte, dass eine gute und fachkundige Behandlung nur dann möglich sei, wenn die Pflegekräfte und Ärzte nicht dauerhaft überlastet würden.

Falschbehandlungen und Probleme, die auf einen Zeitmangel und Überlastung des Personals zurückzuführen sind, seien vermeidbar. Es wird bereits mit dem Bundesfinanzministerium verhandelt.

Krankenhäuser, die mehr Pflegepersonal und Krankenschwestern einstellen, sollen, wenn es nach der Bundesregierung geht, dafür mehr Geld bekommen, als Krankenhäuser, in denen weniger Personal eingestellt wird.

Krankenkassen bezahlen für medizinische Leistungen

Krankenhäuser bekommen derzeit von den Krankenkassen für einzelne medizinische Leistungen wie Operationen sogenannte Fallpauschalen. Dabei spielt die Dauer oder die Menge der Behandlungen keine Rolle.

Durch den Koalitionsvertrag der Union und SPD soll sich dies nun ändern. Personalkosten für den Pflegebereich sollen demnach bei den Fallpauschalen in der Zukunft anders berücksichtigt werden.

An Personal darf nicht gespart werden

Gröhe erklärte auf dem Deutschen Pflegetag, dass Krankenhäuser nicht an Personal sparen dürften, nur weil die finanziellen Mittel für die Betriebskosten verwendet werden müssten.

50.000 Arbeitsplätze abgebaut

1996 wurde die Fallpauschale eingeführt. Seitdem sollen die Krankenhäuser laut dem Statistischem Bundesamt 50.000 Arbeitsplätze für Krankenschwestern und Pflegepersonal abgebaut haben.

Alfred Dänzer, der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft oder kurz DKG erklärte, dass die Kliniken durchaus wüssten, dass sie einen Mangel an Pflegekräften haben. Dafür verantwortlich sei die restriktive Ausgabenpolitik der Krankenkassen.

Personalkosten steigen jährlich

Die Personalkosten steigen laut Dänzer jedes Jahr um drei Prozent. Die Krankenkassen übernehmen davon jedoch nur zwei Prozent. Hinzu komme das Problem, dass die Bundesländer ihren Zahlungsverpflichtungen häufig nicht nachkommen würden.

Ziele der Pflegereform

Die schwarz-rote Koalition konzentriert sich unter anderem vermehrt auf die Pflegereform. Ziel soll es sein, zusätzliche Fachkräfte einzustellen und verbesserte Leistungen für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige sowie für die Beschäftigten zu erzielen.

Pflegebeitrag soll angehoben werden

Ab dem Jahr 2015 soll der Pflegebeitrag schrittweise angehoben werden. Dadurch werden fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr für den Pflegebereich zur Verfügung stehen.

Zahl der Pflegebedürftigen steigt zunehmend

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland steigt zunehmend. Aktuell benötigen mehr als 2,5 Millionen Menschen Hilfe bei der Pflege. Bis 2030 soll diese Zahl auf 3,5 Millionen steigen. Dennoch fehlen bereits heute schon Tausende Pflegekräfte.



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