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Bundesregierung: Schlecker-Frauen zu Erzieherinnen umschulen

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Schlecker-Frauen, die im Zuge der Insolvenz der Drogeriemarktkette keine Anschlussbeschäftigung finden, zu Erzieherinnen oder Altenpflegerinnen für Kindertagesstätten umschulen lassen.

Dies sagte von der Leyen nach einem Treffen mit dem Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, sowie dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Ver.di., Frank Bsirske. Weil es in vielen Berufszweigen fehlende Fachkräfte gibt, sei die Umschulung eine echte Chance und für die Gesellschaft ebenso, so von der Leyen. Während der zweijährigen Umschulung zu Erzieherinnen und Altenpflegern (die normale Ausbildungszeit beträgt in beiden Berufen drei Jahre!) sollen die betroffenen Frauen Arbeitslosengeld I erhalten.

Experten warnen vor Regierungsvorhaben

Experten warnen indes vor diesem Vorhaben. Pflegeexperten sehen nicht alle Frauen gleichermaßen für den Beruf der Altenpflegerin geeignet. Neben den fachlichen Kompetenzen gehört nämlich gerade in dem Beruf der Altenpflegerin auch Empathie zu den Grundeigenschaften der in dem Beruf tätigen.

Nur aus einem Mangelverständnis heraus Leute auszubilden, die dann lustlos an alte Menschen herangeführt werden, kann nach Ansicht vieler Experten nicht die Lösung des Problems darstellen. Vielmehr gehe es gerade in den Pflegeberufen darum, die berufliche Attraktivität zu steigern, damit der demografische Faktor wenigstens halbwegs abgefedert werden kann.

Für den Erzieherberuf sei eine pädagogische Grundbegabung Voraussetzung. Auch diese habe nicht jeder mitbekommen.

Nur eine PR-Kampagne der Bundesarbeitsministerin?

Viele Experten sehen indes in dem Ansinnen der Bundesarbeitsministerin lediglich eine großangelegte PR-Kampagne der Bundesregierung auf Kosten der Betroffenen. Dass sich die Gewerkschaft Ver.di dafür allerdings offenbar vereinnahmen lässt, die an anderer Stelle genau die Punkte der Pflegeexperten und Pädagogen unterstützt, nämlich, dass nicht jedermann gleichermaßen für die Pflege und professionelle Erziehung von Kindern geeignet ist, gilt da schon als Frechheit.



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