Technik

China: Baubeginn des China Zun- beinahe der höchste Wolkenkratzer Chinas

Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet haben die Bauarbeiten zum höchsten Wolkenkratzer in China begonnen, der China Zun wird in der Hauptstadt Beijing errichtet und wird in fünf Jahren fertig erstellt. Am Ende soll er die Skyline Beijings mit einer Gesamthöhe von 510 Meter deutlich prägen, insgesamt 104 Stockwerke soll das Gebäude vorweisen. Ein Zun ist ein antiker chinesischer Weinkelch, und weil das Gebäude diesem ähnelt wurde es kurzerhand danach benannt. Nach dem Burj Khalifa in Dubai (mit einer Höhe von 828 Metern) wäre China Zun der zweithöchste Wolkenkratzer auf der Welt und würde den derzeitigen zweithöchsten Wolkenkratzer Taipei 101 in der taiwanesischen Hauptstadt um zwei Meter überragen. Allerdings wird in Kürze in der arabischen Stadt Mekka das höchste Hotel der Welt,  die Abraj Al Bait Towers, in unmittelbarer Nähe der Kaaba fertig erstellt, der Hauptturm der großen Anlage wird 601 Meter in die Höhe ragen. Ebenfalls in China, in der Metropole Shanghai, wird vorraussichtlich 2014 der Shanghai Tower mit geplanten 632 Meter den Titel des zweithöchsten Wolkenkratzers für sich beanspruchen können.

China Zun wird im Finanzdistrikt von Beijing errichtet, dort prägen schon Wolkenkratzer das Stadtbild, doch sind diese deutlich „kleiner“. In unmittelbarer Nachbarschaft steht die Zentrale des chinesischen Senders CCTV (234 Meter), der aktuell höchste Wolkenkratzer in Beijing ist das China World Trade Center 3 (330 Meter). Die Ausschreibung des Projektes gewann die CITIC-Group (China International Trust and Investment Corporation), ein Unternehmen welches vom damaligen Staatschef Deng Xiaoping 1979 höchstpersönlich gegründet wurde und heute ein gewichtiges und staatseigenes Investmentunternehmen darstellt. Dieses Unternehmen hat einen eigenen Wolkenkratzer (CITIC Plaza in Guangzhou mit einer Höhe von 391 Meter, bis 2010 das zweithöchste Gebäude der Welt) als Firmenzentrale eingerichtet.

Das China Zun wird Hotels, private Appartements, Büroflächen, Bars und Restaurants beherbergen. In den unterirdischen Geschossen (vier an der Zahl) soll zudem ein Einkaufszentrum errichtet werden. In der Erdbebenregion China ist es unerlässlich solch hohe Bauwerke nach Möglichkeit erdbebensicher zu bauen, auch hier soll China Zun mit Bestwerten glänzen. Insgesamt werden noch weitere 14 Grundstücke im Finanzdistrikt von Beijing  versteigert, hier erhofft sich die Stadtverwaltung Mehreinnahmen von 100 Milliarden Yuan (ca. 11,5 Milliarden Euro) und zusätzlich jährliche Steuereinnahmen in Höhe von knapp 5,5 Milliarden Euro (wie german.china.org.cn berichtet).

Bis vor kurzem galt das Konzept des Wolkenkratzers als obsolet, viele Beobachter erwarteten einen Rückgang im Kampf um Höhenmeter, doch genau das Gegenteil ist eingetreten. Zwar wurden manche ambitionierten Baupläne wieder in die Schublade gelegt, und die Finanzkrise von 2007 verpasste solchen Vorhaben einen deutlichen Dämpfer (z.B. der Chigago Spire mit 610 Metern oder Goldin Finance 117 in Tianjin/China mit 597 Metern, inzwischen eingestellt), doch der Bau von Wolkenkratzer boomt, insbesondere im asiatischen Raum. Den Vorwurf, dass Wolkenkratzer nicht ökologisch seien und viel Energie benötigten, versuchen die Konstrukteure mit neuen Konzepten zu begegnen (beispielsweise Sapphire of Istanbul, der höchste Wolkenkratzer der Türkei mit 266 Metern ist ökologisch konzipiert) . Der höchste Wolkenkratzer in Europa wird demnächst in Moskau stehen, der Mercury City Tower wird eine Höhe von 340 Metern vorweisen, der höchste Wolkenkratzer Deutschlands ist der Commerzbank Tower (259 Meter), ebenfalls ein „grüner“ Wolkenkratzer.



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