Konjunktur

China: Fremdwährungsreserve erstmalig seit 1998 gesunken

Die Fremdwährungsreserve in China ist in den vergangenen drei Monaten erstmals seit 1998 gesunken, demnach verfügt China offiziell über 3 180 Milliarden Dollar an Fremdwährung und ist somit immer noch der Staat mit der höchsten Währungsreserve auf der Welt. Der so genannte Pazifische Wirtschaftskreislauf kommt den USA und China zugute, so nehmen die USA Schulden in China auf und bezahlen damit Güter und Dienstleistungen aus China, eine Win-Win-Situation, so lange eben die Rahmenbedingungen noch übereinstimmen.

Laut Meldung der chinesischen Notenbank sind die Reserven um 0,6 % gefallen. Dieser Abfall an der Reserve habe zwei Hauptgründe. Zum einem kühlt auch in China die Konjunktur deutlich ab, bedingt durch die sinkende Nachfrage nach chinesischen Exportgütern, dies wiederum bedingt durch die Eurokrise und die Staatsschuldenkrise weltweit. Damit sinkt auch der Handelsüberschuss der chinesischen Wirtschaft, dementsprechend sinken die Reserven vor allem an Dollar, zudem investieren weniger ausländische Firmen in China. Auf der anderen Seite scheinen viele Anleger dem Dollar nicht mehr zu trauen, deswegen werden Dollarreserven in die chinesische Währung Yuan umgetauscht. Auch der internationale Druck auf China, die eigene Währung aufwerten zu müssen, steigert den Wert der chinesischen Währung.

Aufgrund der abkühlenden Konjunktur hat die chinesische Staatsführung ein immenses Investitionsprogramm auf die Beine gestellt, Ziel ist es die heimische Nachfrage zu steigern und damit den Entwicklungen auf dem Weltmarkt gegensteuern zu können. So wurde z.B in einigen Branchen ein gesetzlicher Mindestlohn von 77 Euro pro Monat eingeführt. Ob die Binnennachfrage wird helfen können, die Konjunktur wieder anschieben zu können, wird sich in Zukunft zeigen, sicherlich wird die Fremdwährungsreserve Chinas weiter sinken.



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