Gesellschaft

Chinas Präsident Hu Jintao wettert gegen westliche Kultur

Chinas Präsident Hu Jintao hat in der politischen Zeitschrift der Kommunistischen partei Chinas gegen die westliche Kultur gewettert, demnach müsse China die eigene Kultur stärker schützen. Der besagte Aufsatz basiert auf einer Rede des Präsidenten im Oktober, unterschrieben wurde er im Namen Hu Jintaos. In dem Aufsatz zieht Hu Jintao eine scharfe Trennlinie zwischen westlicher und chinesischer Kultur, der Westen würde dauerhaft versuchen die gesamte Welt zu verwestlichen, zudem wäre der Westen bestrebt China kulturell aufzuteilen.

Neben dem kulturellen Aspekt würde der Westen auch ideologisch versuchen, auf China Einfluss zu gewinnen. Dementsprechend müsse die chinesische Volksrepublik auf die eigenen Werte acht geben. Der präsident liess es zudem nicht aus, auf die Geschichte Chinas im 19. Jahrhundert zu verweisen, als das Land quasi halbkolonial unter den westlichen Mächten aufgeteilt wurde. Die Rede wurde auf dem sechsten Plenum des Zentralkommitees der Partei gehalten, China müsse die eigene Kultur wieder stärken. In der Tat entspricht der Geschmack des chinesischen Publikums dem weltweiten Sztandard, Lady Gaga ist beliebeter als alle anderen chinesischen Popsänger, der erfolgreichste Film an chinesischen Kinokasse ist Avatar und Transformers 3.

Zunehmend wird der Ton in China nationalistischer, immer mehr werden Ressentiments offen ausgesprochen. Zwar ist es richtig, dass die chinesische Geschichte selten Gutes vom Westen zu berichten wusste (Opiumkriege, ungleiche Verträge etc), doch auf der anderen Seite war das Kaiserreich lange Zeit isoliert und gab wenig auf kulturellen Austausch. Aktuell werden beispielsweise gerade einmal ausländische 20 Kinofilme pro Jahr zugelassen, die an chinesischen Kinos gezeigt werden. Über die chinesische Zensurpolitik verlor Hu selbstverständlich kein Wort.  2012 stehen große Veränderungen in China an, sieben der neun Politbüromitglieder werden ausgewechselt. Der Aufsatz Hus scheint eine neue Politik anzudeuten, demnach möchte die chinesische Staatsführung auch kulturell so viel Einfluss gewinnen, wie sie wirtschaftlich schon hat.



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