Geld & Investment

Commerzbank will Eurohypo loswerden

Die Eurohypo AG, eine Spezialbank zur Finanzierung von gewerblichen Immobilien, ist eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank und zugleich das Sorgenkind Nr. 1 des Konzerns. Deswegen soll eine schnellstmögliche Abwicklung der Eurohypo erfolgen. Demnach habe das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut dem EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia angeboten, den Wert der Eurohypo um die Hälfte, auf ca. 25 Milliarden bis 30 Milliarden Euro zu senken. Der verbleibende Rest soll innerhalb der Commerzbank aufgehen. Damit stehen 300 von 1000 Arbeitsplätze zur Disposition.

EU-Kommission forderte Verkauf der Eurohypo

Als die Commerzbank 2008, im Zuge der damaligen Finanzkrise, auf Staatshilfen in Milliardenhöhe angewiesen war, forderte die EU-Kommission zur Genehmigung dieser Staatshilfe den Verkauf von Eurohypo bis 2014. Die Eurohypo führt viele Hypothekenpapiere, die nicht mehr dem eigentlichen Wert entsprechen, Analysten sprechen dann gerne von toxischen Papieren. Zudem ist die Eurohypo auch in der Staatsfinanzierung aktiv gewesen, hier sollen 13,5 Milliarden Euro (von insgesamt 100 Milliarden in Staatsanleihen) der angeschlagenen Staaten (Griechenland, Portugal etc.) liegen, diese könnten nicht mehr eingeholt werden. Noch wird Eurohypo mit 200 Milliarden Euro in der Bilanz der Commerzbank geführt. Seit Jahren schreibt die Eurohypo rote Zahlen, Käufer konnten sich für das Sorgenkind nicht erwärmen.

Eurohypo- Zusammenschluss der Deutschen Bank, Commerzbank und Dresdner Bank, bald Geschichte?

2001 gaben die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die Commerzbank bekannt, dass sie ihre Anteile an Rheinhyp und Deutsche Hyp zusammenlegen wollten. 2002 wurde daraus die Eurohypo aus der Taufe gehoben. 2005 übernahm die Commerzbank die Eurohypo vollends zu 100 %. Einst war die Eurohypo die größte Hypothekenbank Europas und wurde mit 300 Milliarden Euro angegeben. Doch im Zuge der Finanzkrise 2008, der Immobilienblase in den USA und der aktuellen Staatsschuldenkrise rutschte die Eurohypo in tiefrote Zahlen. Damit wird verständlich, dass die Commerzbank die Eurohypo schnellstmöglich loswerden will.



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