Gesundheit

COPD – das tödliche Lungenleiden ist eine neue Volkskrankheit

Seinen Namen kennt kaum jemand: Eric Lawson. Sein Gesicht kennt fast jeder – er war der „Marlboro Man“.

Über ein halbes Jahrhundert war er das Gesicht einer bekannten Zigarettenmarke. Er verkörperte den klassischen rauchenden Cowboy seit dem Ende der 70er-Jahre.

Nun ist er im Alter von 72 Jahren gestorben. Die Todesursache war die Lungenkrankheit COPD. Und er ist damit nicht das erste Opfer dieser Krankheit.

Chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD)

Laut der US-Nachrichtenagentur „AP“ starb der bekannte Werbeträger an den Folgen chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD). Dahinter verbirgt sich laut Expertenangaben eine unheilbare Atemwegserkrankung.

Relevante Erhebungen sagen aus, dass unter dieser Krankheit allein in Deutschland schätzungsweise drei bis fünf Millionen Menschen leiden. Rund 80 Prozent der daran erkrankten Patienten sind Raucher. Als Lawson seine Diagnose kannte, parodierte er seine eigene langjährig gespielte Rolle in Anti-Raucher-Spots.

Symptome der Raucherlunge

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (englisch: chronic obstructive pulmonary disease) kurz COPD, beschreibt als Sammelbegriff eine komplette Gruppe von Krankheiten der Lunge. Die klassischen Symptome sind laut einschlägiger Literatur der starke Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot bei Belastung.

Vorrangig sind dabei die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zu nennen. Beide Krankheitsbilder weisen eine behinderte Ausatmung (Exspiration) auf. Die umgangssprachliche Bezeichnung dafür ist die „Raucherlunge“.

Zigaretten für COPD verantwortlich

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD ist nach Angabe von Forschern eine mittlerweile weit verbreitete Volkskrankheit. Das Wort „chronisch“ definiert der Experte mit „dauerhaft“ und „obstruktiv“ steht in der Pschyrembel, dem maßgeblichen Fachwörterbuch der Medizin, für die Verengung der Atemwege.

COPD wird nach Angaben von Fachärzten insbesondere durch den Zigarettenrauch oder andere eingeatmete Schadstoffe wie z.B. Chemikalien, Rauch-und Abgase ausgelöst. Diese Stoffe führen dann zu einer Entzündung in der Lunge.

Aufgrund dieser dauerhaften Entzündungsherde kommt es im weiteren Krankheitsverlauf häufig zu akuten Verschlechterungen und letztlich zur teilweisen Zerstörung des Lungengewebes (Lungenemphysem), die nicht mehr behandelbar ist, so die einstimmige Expertenmeinung.

Dazu kommt, dass bei COPD die Entzündungsprozesse auch auf andere Organe des Körpers übergreifen können und dann Folgeerkrankungen vor allem am Herzen auslösen können. Das ist das Ergebnis laufender aktueller Forschungsarbeiten.

Aufbau der Lunge

Um sich die Hintergründe um die Entstehung einer COPD aufzeigen zu lassen, verweist der Fachmann auf den Aufbau der Lunge. Diese liegt anatomisch korrekt im knöchernen Brustkorb und ähnelt im Aufbau einem auf den Kopf gestellten Baum mit zwei Kronen – den zwei Lungenflügeln.

Der dem Vergleich dienende Baumstamm entspricht dabei der Luftröhre, von der aus sich hier zwei dicke Äste nach links und rechts abzweigen. Diese verteilen und verzweigen sich in die Bronchien. Nach weiteren Untergliederungen werden die Strukturen immer filigraner, bis sie in den Bronchiolen enden.

Lungenbläschen verkleben durch Tabakkonsum

In diesem Teil sitzen die etwa 300 Millionen Lungenbläschen, deren Aufgabe es ist, den Gasaustausch mit dem Blut zu gewährleisten. Die Lungenbläschen bilden eine Fläche von insgesamt etwa 140 Quadratmetern. Das ist eine große Angriffsfläche für Rauch, Staub und Umweltgifte. Alle Bronchien sind naturgemäß von einer Schleimhaut überzogen. Diese ist von einer letzten „Schutzschicht“ hauchfeiner Flimmerhärchen bedeckt.

Diese Härchen haben mehrere Funktionen. Einerseits befeuchten sie die eingeatmete Luft, andererseits transportieren sie durch ihre „Flimmerbewegung“ eingeatmeten Staub, Pollen und Bakterien wieder nach außen.

Diese Funktion wird durch die Stoffe aus dem Rauch, durch Luftschadstoffe und häufige Infektionen geschädigt. Das verhindert die wichtige Reinigungs- und somit Abwehrfunktion. Das ist die Grundlage für die so gefährlichen Entzündungen, die oftmals dann zum Tode führen.



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